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Immer mehr Privatversicherte

04.11.2002  00:00 Uhr

Immer mehr Privatversicherte

dpa  Immer mehr Versicherte wandern in günstige Betriebskrankenkassen ab oder verlassen mit einem Wechsel in die privaten Kassen die Solidargemeinschaft ganz. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres haben die Betriebskrankenkassen (BKK) rund eine Million neue Versicherte gewonnen - weit mehr als im gesamten Vorjahr.

Auch der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) verzeichnet nach Angaben vom vergangenen Mittwoch mehr Versicherte und gestiegene Beitragseinnahmen. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen und die Ersatzkassen leiden seit Jahren unter drastischem Mitgliederschwund.

Nach Angaben des Bundesverbandes verzeichneten die Betriebskrankenkassen in diesem Jahr bis einschließlich Oktober ein Plus von rund 700.000 Mitgliedern - hinzu kommen die kostenlos mit versicherten Familienangehörigen, was insgesamt ein Plus von einer Million ergibt. Im vergangenen Jahr gewannen die BKK rund 490.000 zusätzliche Mitglieder - das entsprach einem Zuwachs von rund sechs Prozent. Die Durchschnittsbeiträge der Betriebskrankenkassen liegen bei knapp 13,2 Prozent, die der gesetzlichen Kassen insgesamt bei rund 14 Prozent.

Allerdings fiel die Zahl der Neuzugänge zu den BKK 2001 niedriger aus als in den beiden Vorjahren: Im Jahr 2000 verbuchten die Betriebskrankenkassen 1,2 Millionen Neumitglieder, 1999 waren es 970.000. Insgesamt haben die Betriebskrankenkassen eigenen Angaben zufolge derzeit rund 9,6 Millionen Mitglieder beziehungsweise gut 13,5 Millionen Versicherte. Knapp jeder fünfte gesetzlich Versicherte ist inzwischen in einer BKK.

Wie die PKV mitteilten, bilanzierten die 50 Mitgliedsunternehmen des Verbands zum Stichtag 31. Dezember 2001 mit 7,7 Millionen Versicherten einen Zuwachs von knapp 2,9 Prozent. Auch im ersten Halbjahr 2002 sei der Versichertenbestand in der Krankheitsvollversicherung weiter „im Trend des Vorjahres“ gewachsen. Bei den Beitragseinnahmen wurde 2001 ein Plus von 4,9 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro erzielt. Für das laufende Jahr wird ein leichter Zuwachs auf 22,9 Milliarden Euro erwartet.

Nach BKK-Verbandsangaben verließen in diesem Jahr bislang rund 380.000 Mitglieder die gesetzliche Versicherung. Der überwiegende Teil dürfte in die private Krankenversicherung gewechselt sein. Diese Versicherten haben die Solidargemeinschaft damit verlassen. Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, bis Jahresende würden die BKK hochgerechnet 1,3 Millionen mehr Mitglieder verbuchen als im Vorjahr. Der Bundesverband verfügt über keine eigene Hochrechnung.  Top

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