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Friese zieht Erfolgsbilanz

30.10.2000
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EUROPHARM FORUM

Friese zieht Erfolgsbilanz

von Susanne Hof, Kopenhagen

Nach zwei Jahren, in denen er als Präsident an der Spitze von EuroPharm Forum stand, zog ABDA-Präsident Hans-Günter Friese Ende Oktober auf der Jahrestagung in Kopenhagen Bilanz. Dabei konnte er für das 1992 mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründete europäische Apothekerforum ein besonderes Ereignis vermelden. Konzept und Aktivitäten von EuroPharm Forum sind so erfolgreich, dass dies die WHO bereits zu einer Nachahmung motiviert hat: Mit dem Pharmaceutical Forum of the Americas wurde eine analoge Kooperation der nord-, mittel- und südamerikanischen Länder initiiert.

Schwerpunkt der Tätigkeiten von EuroPharm Forum ist die Verbesserung der Leistungsangebote von Apothekern in der pharmazeutischen Praxis als Beitrag zur Realisierung der WHO-Strategie Health21. Hierfür wurden in den vergangenen Jahren Projekte zu den Themen Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, Bluthochdruck, Raucherentwöhnung und allgemeine Arzneimittelfragen erarbeitet. Neu hinzugekommen ist seit Anfang 2000 ein Projekt über die Rolle von Apothekern im Kampf gegen HIV und Aids. Grundlage dafür ist eine Gemeinschaftsinitiative von WHO und dem Weltverband der Apotheker (FIP), die 1997 mit der Vancouver-Erklärung vereinbart wurde. Diese Projekte dienen der Entwicklung von bewährten Methoden (models of best practice), die von den nationalen Apothekerorganisationen in ihrem Land umgesetzt werden sollen.

Eine neue Dimension der Arbeit von EuroPharm Forum verspricht ein in Kopenhagen beschlossenes Konzept zur Datensammlung, mit dem Nachweise über den Nutzen der im Rahmen der Projekte geförderten pharmazeutischen Leistungsangebote dokumentiert werden sollen. Damit will das Forum dem zunehmenden Interesse der Gesellschaft an dieser Fragestellung und einer Zielvorstellungen der WHO-Strategie Health21 entsprechen.

Große Bedeutung misst EuroPharm Forum der Zusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Apothekerorganisationen bei, die größtenteils dem Forum bereits angehören. Zur Intensivierung der Beziehungen startete das Forum Anfang 2000 drei Twinning-Partnerschaften mit westeuropäischen Mitgliedern (Kroatien - Deutschland, Estland - Finnland, Litauen - Dänemark), die eine längerfristige bilaterale Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch zum Ziel haben. In allen drei Fällen wird das in den jeweiligen westeuropäischen Ländern bereits etablierte EuroPharm Forum-Projekt "Fünf Fragen zum Arzneimittel" analog auch in den drei Partnerländern implementiert.

Die hohe Priorität, welche der Kampf gegen den Tabakkonsum bei der WHO hat, spiegelt sich auch in den Aktivitäten von EuroPharm Forum wider. Zusammen mit den europäischen Foren der Ärzte und der Pflegeberufe nimmt EuroPharm Forum an dem von WHO und EU initiierten Programm "Rauchfreies Europa" teil. Mit Hilfe von EU-Fördermitteln konnte somit im September 2000 eine Studie zu den Rauchgewohnheiten von Apothekern und deren Interesse an Maßnahmen zur Raucherentwöhnung beginnen. Eine weitere Studie soll Aufschluss darüber geben, inwieweit die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe Vorteile für die Raucherentwöhnung hat.

Ein großer Teil der Jahrestagung war dem Thema "Integrierte Versorgung" gewidmet. Hierunter versteht man bei der WHO insbesondere die multidisziplinäre Zusammenarbeit und Partnerschaft der Gesundheitsberufe. Grundsätzlich bezieht sich das Konzept jedoch auch auf die Vernetzung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Treibende Kraft für das Engagement der WHO in diesem Bereich ist deren Überzeugung, dass sich die Berufsorganisationen zu sehr auf den eigenen Berufsstand konzentrieren und deshalb den Nutzen der Zusammenarbeit aller an der Gesundheitsversorgung Beteiligter vernachlässigen. Mit Hilfe von Netzwerken will die WHO die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe fördern und erleichtern, wovon man sich insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung chronischer Krankheiten Vorteile verspricht. EuroPharm Forum bemängelt, dass Apotheker in dem WHO-Konzept bislang nicht ausdrücklich erwähnt werden.

Weiterhin wächst die Zahl der Mitglieder im EuroPharm Forum. Nach der in Kopenhagen beschlossenen Aufnahme der Apothekerkammern der Slowakischen Republik und Ungarns sind Apothekerorganisationen aus 35 Ländern vertreten. Für die nächsten zwei Jahre liegt die Präsidentschaft von EuroPharm Forum in der Hand von Maja Jaksevac-Miksa von der Pharmazeutischen Gesellschaft Kroatiens. Zum Vorstand gehören ebenfalls: Eeva Teräsalmi, Finnland, Dirk Broeckx, Belgien, Herbert Cabana, Österreich, Suzete Costa, Portugal, Henri Lepage, Frankreich, sowie Marco Nocentini, Italien.

EuroPharm Forum

EuroPharm Forum ist eine Gemeinschaftsinitiative von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und nationalen Apothekerorganisationen der WHO-Region Europa. Ziel des Forums ist die Durchführung spezieller Projekte, die unter dem Dach der WHO zusammen mit den Apothekern bearbeitet werden, um das WHO-Ziel "Gesundheit für alle" besser zu erreichen. Mit Hilfe dieser im nationalen Kontext umzusetzenden Projekte und durch länderübergreifenden Erfahrungsaustausch soll die pharmazeutische Praxis in den Apotheken weiterentwickelt werden. Informationen über EuroPharm Forum sind verfügbar über www.who.dk/ch/pha/europha.htm. Top

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