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Moderates Wachstum auf dem Apothekenmarkt

07.08.2000
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-PolitikGovi-Verlag

Moderates Wachstum auf
dem Apothekenmarkt

PZ-Artikel

Die Umsätze des deutschen Apothekenmarktes sind im ersten Halbjahr 2000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent angestiegen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 15,1 Milliarden DM zu Herstellerabgabepreisen, teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in Berlin mit.

Zurückzuführen sei der Aufschwung alleine auf rezeptpflichtige Präparate, die in der zurückliegenden Jahreshälfte einen Zuwachs von 6,9 Prozent verbuchten. Mit einem Umsatz von 73 Prozent führen sie damit den Apothekenmarkt an. Rezeptfreie Arzneimittel sind dagegen mit minus 2,6 Prozent weiterhin rückläufig. Der Verband bezieht sich mit seinen Aussagen auf eine aktuelle Studie des Instituts für Medizinische Statistik (IMS Health) in Frankfurt/Main.

Eine rückläufige Tendenz (minus 1,6 Prozent) stellte die Studie dagegen für die Menge an verkauften Packungseinheiten fest (insgesamt 802,3 Millionen Packungseinheiten). Während rezeptpflichtige Präparate stagnierten (plus 1 Prozent), nehme der Absatz rezeptfreier Arzneimittel mit minus 3,1 Prozent auf 456,7 Millionen Packungen weiter ab. Hier zeichne sich eine Kostenverschiebung zu Lasten des Patienten ab, da Ärzte bei "weichen Indikationen" immer weniger rezeptfreie Präparate verschrieben. Profitieren würden von dieser Entwicklung vor allem Vertriebskanäle außerhalb der Apotheke, wie Drogerie- und Verbrauchermärkte, die zweistellige Zuwachsraten verzeichneten, meldet IMS Health.

Ausgehend von einem relativ niedrigen Ausgangsniveau konnten im letzten Halbjahr auch verschiedene Arzneimittelinnovationen ein starkes Umsatzwachstum einfahren, darunter HIV-Therapeutika, alkylierende Zytostatika, kombinierte Angiotensin-II-Antagonisten, und Produkte zur Behandlung des Morbus Alzheimer. Ein Zuwachs, der jedoch eine budgetbedingte Unterversorgung in anderen Bereichen dennoch nicht ausschließe, betonen die Autoren der Studie. Spitzenreiter unter den fünf umsatzstärksten Arzneimittelgruppen sind Lipidsenker mit plus 12, und Ulkustherapeutika mit plus 8 Prozent.Top

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