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Effizienz dank Screening

02.07.2001
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BRUSTKREBS

Effizienz dank Screening

von Lisa Braun, Berlin

Die Fraktionen von SPD und Grünen wollen die Zahl der Brustkrebstoten in Deutschland massiv senken. Um dies zu erreichen, soll der Bundestag ein flächendeckendes und qualitätsgesichertes Mammographie-Screening für alle Frauen von 50 bis 70 Jahren beschließen.

Der Antrag von SPD und Bündnisgrünen sieht die Einführung eines flächendeckenden Mammographie-Screenings nach Europäischen Leitlinien vor. Helga Kühn-Mengel, Berichterstatterin für Frauengesundheit in der SPD, betonte, dass die bisherige Mammographie-Praxis keine Erfolge gebracht habe. "Wir wollen auch nicht auf die Auswertungen der drei Modellprojekte warten, die zur Zeit in Bremen, Main/Taunus und Weser/Ems laufen. Internationale Studien sprechen deutlich für ein flächendeckendes Screening", argumentierte die Parlamentarierin.

Übertragen auf Deutschland ließen die internationalen Erfahrungen vermuten, dass durch ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening jedes Jahr rund 3500 Frauen weniger an Brustkrebs sterben. Wissenschaftlich unterstützt wird der rot-grüne Antrag von Professor Karl W. Lauterbach von der Universität Köln: "In einem qualitätsgesicherten Screeningprogramm nach Europäischen Leitlinien ist die Rate der falsch-positiven Befunde deutlich geringer als in nicht qualitätsgesicherten Programmen. Das zurzeit in Deutschland praktizierte so genannte graue Screening unter Vorgabe eines konkreten, in Wirklichkeit aber nicht vorhandenen Brustkrebsverdachtes schadet mehr als es nutzt."

Der Aufbau einer Infrastruktur für dieses Vorhaben dauere nach Ansicht des Experten fünf bis zehn Jahre. Außerdem sprechen sich die Antragsteller für ein flächendeckendes Brustkrebsregister aus. Top

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