Pharmazeutische Zeitung online

Mit den Punkten kommen die Leute

20.06.2005
Datenschutz bei der PZ
Zertifizierte Fortbildung

Mit den Punkten kommen die Leute

von Patrick Hollstein, Berlin

Für Ärzte mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben, wird eine kontinuierliche berufliche Fortbildung auch von den Apothekern erwartet. Fast alle Apothekerkammern haben das freiwillige Fortbildungszertifikat eingeführt und lassen ihre Mitglieder Punkte sammeln. Die vielfältigen Aktivitäten der Apotheker können sich sehen lassen.

Fast 100.000 Menschen arbeiten in Deutschland als pharmazeutisches Personal allein in öffentlichen Apotheken. Kontinuierliche berufliche Fortbildung gehört für sie als wesentlicher Baustein der Qualitätssicherung seit jeher zum Selbstverständnis ihres Berufsbildes. Die Kammern verzeichnen seit Jahren stetig wachsende Teilnehmerzahlen bei ihren Fortbildungsangeboten.

Um die kontinuierliche Fortbildung ihrer Mitglieder systematisch zu dokumentieren, haben fast alle Apothekerkammern in den letzten Jahren die freiwillige zertifizierte Fortbildung eingeführt (siehe Tabelle 1). Auf der Grundlage der Empfehlungen der BAK wurden von den Landesapothekerkammern Richtlinien erlassen, die die Anforderungen für den Erwerb des Fortbildungszertifikats regeln. Dabei gilt: Erwirbt ein approbierter Apotheker innerhalb von drei Jahren 150 Fortbildungspunkte (bei einigen Kammern 120 Punkte), wird ihm auf Antrag von seiner zuständigen Apothekerkammer ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt.

 

Tabelle 1: Fast alle Landesapothekerkammern bieten für Apotheker und pharmazeutisches Personal den Erwerb des freiwilligen Fortbildungszertifikates an. In einigen Kammerbezirken wurden bereits die ersten Zertifikate ausgestellt. Quelle: BAK

LAKMitglieder
(2004)
Zertifizierung für Apotheker
seit /überarbeitet
erteilte Zertifikate (2004)Zertifizierung für PTA seitRegel für PTA-Zertifizierung Baden-Württemberg 10.897 - - - - Bayern 11.594 6.7.01/1.7.03 1150 1.7.03 30 P/J Berlin 4388 1.7.03 2 - - Brandenburg 1233 1.1.03 27 1.7.03 100 P/3 J Bremen 512 in Kooperation mit Niedersachsen 2 1.12.04 100 P/3 J Hamburg 1893 1.1.04/1.1.05 0 1.1.05 100 P/3 J Hessen 5166 31.8.01/17.11.03 46 12/04 100 P/3 J Mecklenburg-Vorpommern 1009 1.7.02/21.6.03 10 1.6.03 100 P/3 J Niedersachsen 6605 1.1.01/20.4.04 256 1.1.03/20.4.04 120 P/3 J Nordrhein 9666 1.1.03/23.06.04 0 1.1.04 100 P/3 J Rheinland-Pfalz 2921 1.5.02 0 - - Saarland 1025 1.1.05 0 - - Sachsen 2235 1.1.03 0 - - Sachsen-Anhalt 1466 1.7.02 73 1.7.03 100 P/3 J Schleswig-Holstein 2849 1.7.04 0 - - Thüringen 1211 1.1.02/14.5.03 64 14.5.03 100 P/3 J Westfalen-Lippe 6797 1.1.03/20.11.03 804 1.1.04 100 P/3 J gesamt71.467   2434    

  

Wie viele Punkte für die Teilnahme einer akkreditierten Veranstaltung oder Fortbildungsmaßnahme vergeben werden, legt die jeweilige Apothekerkammer fest. Die Entscheidung richtet sich nach dem zeitlichen Umfang und dem fachlichen Inhalt. Jede Apothekerkammer trifft diese Entscheidung für die in ihrem Kammerbereich stattfindenden Veranstaltungen. Das Spektrum der anrechenbaren Fortbildungsmaßnahmen ist äußerst vielfältig. Der Besuch von Vorträgen, Seminaren und Praktika wird ebenso anerkannt wie die Teilnahme an Ringversuchen und Qualitätszirkeln. Auch durch das mediengestützte Selbststudium oder die nebenberufliche Lehrtätigkeit können Apotheker Punkte sammeln (siehe Tabelle 2).

 

Tabelle 2: Vergabe von Fortbildungspunkten für Apotheker gemäß BAK-Empfehlung von Mai 2003. Bei Fortbildungsmaßnahmen der Kategorien 1a, 2 und 3 wird bei erfolgreicher Lernerfolgskontrolle zusätzlich jeweils 1 Fortbildungspunkt vergeben. Fortbildungspunkte können auch für Weiterbildungsveranstaltungen vergeben werden. Quelle: BAK

Kategorie FortbildungsmaßnahmeBewertung/EinheitBeschränkung 1 a) Teilnahme an Seminaren, Workshops, Praktika, wissenschaftlichen Exkursionen (mit aktiver Beteiligung der Teilnehmer)
b) pharmazeutische Qualitätszirkel und Arzt-Apotheker Gesprächskreise (nur für Apotheker) 1 maximal 8/Tag 2 Teilnahme an Kongressen (national oder international) 1 maximal 8/Tag 3 Besuch von Vorträgen einschließlich Diskussion 1    4 a) Vorträge beziehungsweise Seminare über eigene wissenschaftliche Erkenntnisse oder nach Literaturstudium beziehungsweise fachliche Moderation
b) nebenberufliche Lehrtätigkeit in einem Ausbildungsinstitut 4 maximal 20/Jahr 5 Autorenschaft (schriftliche Berichte unter Berücksichtigung des Standes der pharmazeutischen Wissenschaften, die in einem Fachverlag oder in einer pharmazeutischen oder medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht werden) 1 maximal 30/Jahr 6 Hospitationen in Kombination mit anerkannten Fortbildungsmaßnahmen der Gruppen 1 bis 3 (Anwesenheit bei der Durchführung pharmazeutischer Tätigkeiten in Industrie, Krankenhaus etc. oder bei der ärztlichen Untersuchung und bei der Behandlung von Patienten) ab einer Druckseite: 3/Beitrag
ab zehn Druckseiten: 6/Beitrag
Buchbeiträge: pauschal 15
Buch als alleiniger Autor: pauschal 25 maximal 8/Tag 7 Bearbeitung von Lektionen (zum Beispiel internetbasiert) mit Lernerfolgskontrolle 1   8 innerbetriebliche Fortbildung 1 maximal 10/Jahr für 8 und 9 zusammen 9 Selbststudium, z. B. Printmedien, CD-ROM, Video  

  

Wachsende Teilnehmerzahlen

Im vergangenen Jahr zählten die Landesapothekerkammern bei ihren eigenen Fortbildungsveranstaltungen für Apotheker über 79.100 Teilnehmer. Rein rechnerisch hätte jedes der etwa 71.500 Kammermitglieder einen der knapp 1500 Termine besucht, erläuterte Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie bei der ABDA, gegenüber der PZ. Das seien Zahlen, von denen andere Berufsgruppen träumen: Fortbildung sei für die Apotheker selbstverständlich; Gastreferenten wunderten sich oft über die hohen Teilnehmerzahlen, so Eckert-Lill.

Etwa ein Drittel des Angebots der Apothekerkammern machten Vortragsveranstaltungen aus, so Eckert-Lill weiter. Die Besucher so genannter Intensiv- oder Zertifikatfortbildungen erhielten ein spezielles Teilnahmezertifikat für einen bestimmten Veranstaltungsumfang. Darüber hinaus führten die Kammern zahlreiche Seminare, Praktika und Workshops durch (siehe Tabelle 3).

 

Tabelle 3: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Kammern über 79.100 Apotheker bei ihren etwa 1472 eigenen Maßnahmen zur zertifizierten Fortbildung. Zusätzlich führten die Kammern verschiedene Veranstaltungen für PTA und Pharmazie-Ingenieure sowie Veranstaltungen für PKA durch. Nicht aufgeführt sind die knapp 4400 durch die Kammern akkreditierten Veranstaltungen externer Anbieter. Quelle: BAK (* inklusive Intensivfortbildung, Zertifikatfortbildung)

 AnzahlTeilnehmer Vortragsveranstaltungen     <2 h 454 35.707 >2 h 196 21.904 Seminare/Workshops*     <2 h 152 3665 >2 h 467 12.780 >8 h 120 3911 Praktika 46 378 Exkursionen 37 790 Summe147279.135       Veranstaltungen für PTA und
Pharmazie-Ingenieure 236 8260 Veranstaltungen für PKA 48 1180 Summe2849440       gesamt175688.575

 

Da Wissen am besten interaktiv und unter Einbeziehung der Erfahrungen des Lernenden vermittelt und im Berufsalltag verwendet werden kann, hätten sich in einigen Kammerbezirken Qualitätszirkel und Gesprächskreise etabliert, berichtet Eckert-Lill. In kleinen Gruppen, in die mitunter auch Ärzte einbezogen seien, würden eigene Arbeitsabläufe analysiert, bezüglich ihrer Qualität bewertet und Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert. Ebenfalls angerechnet im Rahmen der zertifizierten Punktefortbildung werde die Teilnahme an den Ringversuchen der Kammern.

Sichere Aussagen, wie sich die Zertifizierung auf das Fortbildungsverhalten der Apotheker auswirke, ließen sich bislang nicht treffen, macht die ABDA-Geschäftsführerin deutlich. Festzustellen sei allerdings, dass in den vergangenen zwei Jahren sowohl die Zahl der von den Apothekerkammern angebotenen Fortbildungsveranstaltungen als auch die der Teilnehmer deutlich gestiegen sei.

Immer mehr externe Veranstalter

»Mit den Punkten kommen die Leute«, ergänzt Dr. Stefan Wind, Geschäftsführer Pharmazie bei der Apothekerkammer Berlin. Wind weist auf einen weiteren erfreulichen Trend hin: Auch die Zahl der durch externe Anbieter organisierten Fortbildungsmaßnahmen entwickelt sich äußerst positiv. 4387 Veranstaltungen ließen Hersteller, pharmazeutische Großhändler und Verbände im vergangenen Jahr von Landesapothekerkammern akkreditieren.

Im Kammerbezirk Berlin registrierte Wind bei den externen Veranstaltungen zuletzt einen Zuwachs von 50 Prozent. Bereits im ersten Quartal 2005 erreichte die Zahl der durch seine Kammer akkreditierten Angebote 75 Prozent des gesamten Vorjahresvolumens.

Voraussetzung für die kostenpflichtige Akkreditierung durch die Kammer ist ein pharmazeutischer, berufsbezogener, wissenschaftlicher oder betriebswirtschaftlicher Charakter der Veranstaltung oder ein Bezug auf apothekenübliche Waren und Dienstleistungen. Die Geschäftsstellen überprüfen anhand aussagekräftiger Unterlagen, ob die Veranstaltungen den Leitsätzen zur apothekerlichen Fortbildung entsprechen, also frei von kommerziellen oder werbenden Interessen Dritter sind. Erst wenn man diese von den Kammermitgliedern gerne angenommenen Angebote mit berücksichtige, erhalte man einen realistischen Eindruck in die Fortbildungsaktivitäten der Apotheker, sagt Wind.

Zahlreiche Veranstalter bieten dem Lernenden die Möglichkeit, den Zuwachs an Kenntnissen oder Fähigkeiten in Form einer Selbstkontrolle zu überprüfen und zu dokumentieren. Diese Art der Evaluation sei nicht als externe Kontrolle oder Überwachung zu verstehen, sondern trage der Tatsache Rechnung, dass der Lernerfolg mit einer Überprüfung deutlich wachse, so Eckert-Lill. In der Regel werde der erfolgreiche Abschluss gesondert im Rahmen der zertifizierten Punktefortbildung honoriert.

Besondere Bedeutung habe die Kontrolle des Lernerfolgs beim Selbststudium, so die ABDA-Geschäftsführerin. Zwar rechneten die Kammern ihren Mitgliedern für die Lektüre von Fachzeitschriften und -büchern oder die Nutzung anderer Medien wie dem Internet auch ohne Einzelnachweis eine gewisse Anzahl von Punkten an. Auf Grund der exponentiell wachsenden Zahl wissenschaftlicher Literatur sei jedoch die Auswahl geeigneter und seriöser Publikationen von besonderer Bedeutung. Durch die Bearbeitung spezieller zertifizierter Lektionen im Rahmen der Selbstkontrolle ließen sich die Seriosität der Informationen gewährleisten, der Lernerfolg verbessern und die Punktezahl verdoppeln, fasst Eckert-Lill zusammen.

Seit drei Jahren steht mit der PZ-Akademie ein solches internetbasiertes Angebot zur Verfügung. Jährlich werden den angemeldeten Nutzern zehn interaktive Tests angeboten, die sich auf fortbildungsrelevante Beiträge in der Pharmazeutischen Zeitung, der Zeitschrift PZ Prisma oder auf Kongressveranstaltungen beziehen. Werden sieben der zehn gestellten Fragen richtig beantwortet, ist der Test erfolgreich absolviert und wird mit einem Fortbildungspunkt honoriert. Knapp 1300 Apotheker sind bereits Mitglied der PZ-Akademie. Nichtmitglieder können die Lektionen unter www.pz-akademie.de unverbindlich ausprobieren.

Zertifizierung für PTA und Ingenieure

Die öffentliche Wahrnehmung der Apotheken werde nicht nur durch die Apotheker, sondern ganz wesentlich durch das übrige pharmazeutische Personal geprägt, macht Eckert-Lill deutlich. Entsprechend konsequent sei es gewesen, auch die über 50.000 PTA und Pharmazie-Ingenieure in ihrem Fortbildungsengagement zu unterstützen und ihnen ein freiwilliges Fortbildungszertifikat zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr veranstalteten die Apothekerkammern 236 Fortbildungen für PTA und Pharmazie-Ingenieure mit 8260 Teilnehmern (siehe Tabelle 3). Mehr als die Hälfte aller Landesapothekerkammern hat auch für diese Personengruppe bereits das Prinzip der zertifzierten Punktefortbildung eingeführt (siehe Tabelle 1).

Mittlerweile fast 6200 Mitglieder verzeichnet der Bundesverband PTA (BVpta). Die 1980 gegründete Interessensvertretung verstehe sich als Ansprechpartner in allen Fragen der Ausbildung, Berufsausübung und Weiterbildung für PTA in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen, erläutert Margareta Ewers, Geschäftsführerin des BVpta.

Die Fortbildungsangebote seien allen PTA zugänglich, Mitglieder erhielten jedoch Sonderkonditionen. Seit Januar 2004 bietet der Verband zusätzlich die Möglichkeit der Fortbildung im Internet an, wo ähnlich der PZ-Akademie Fragen zu einem vorgegebenen Thema beantwortet und damit Punkte gesammelt werden können. Das neue Angebot habe sich innerhalb kurzer Zeit zum Renner entwickelt und sei 2004 von 730 Kolleginnen und Kollegen genutzt worden.

Im vergangenen Jahr organisierte der BVpta außerdem etwa 130 Fortbildungsveranstaltungen. »Berücksichtigt man außerdem Fernfortbildung und E-Learning, haben sich 2004 alleine beim BVpta 6900 Kolleginnen und Kollegen fortgebildet«, berichtet Ewers. »Das ist ein ganz tolles Ergebnis.« Dazu kämen 7500 PTA in Weiterbildung und etwa 1000 Teilnehmer der Interpharm. Die PTA seien sehr fortbildungsfreudig, und die Arbeitgeber sollten das honorieren ­ entweder durch Kostenübernahme oder differenziertere Gehaltsvereinbarungen.

Außerdem kritisiert die BVpta-Geschäftsführerin, dass noch nicht alle Kammern das freiwillige Fortbildungszertifikat für PTA eingeführt hätten. Dies stelle das gesamte Konzept des Punktesammelns infrage. Entsprechend fordert der BVpta eine flächendeckende Einführung der Zertifizierung für alle pharmazeutischen Berufe.

Gewerkschaft mit vielen Angeboten

Auch die Apothekengewerkschaft Adexa hat als Vertretung der Angestellten den hohen Stellenwert von fachlichen Fortbildungen erkannt. »Unsere Angebote sind dezentral organisiert und bedienen auch Regionen, in die sich die üblichen Anbieter selten verirren«, erläutert Insa Heyde vom Adexa-Bundesvorstand. 2004 fanden so an 43 Veranstaltungsorten zusammen 92 Abendveranstaltungen statt, die von mehr als 5000 Teilnehmern besucht wurden. Im Vergleich zu 2003 ist das eine Zunahme der Teilnehmerzahlen um 18 Prozent. Zusätzlich wurden sieben Tagesseminare zum Anmessen von Kompressionsstrümpfen angeboten. Weil nicht nur das Wissen an sich, sondern auch dessen Weitervermittlung im Apothekenalltag eine große Rolle spielt, biete Adexa neben fachlicher Fortbildung auch zahlreiche Seminare zur Kommunikation an, sagt Heyde weiter. Diese brächten nicht nur einen Nutzen für die Apotheke, sondern dienten auch der persönlichen Weiterentwicklung.

Die Adexa-Angebote richteten sich an alle Berufsgruppen in der Apotheke. Dies werde besonders deutlich bei den berufsgruppenspezifischen Fortbildungstagen für PKA, für PTA und auch für Pharmazieingenieure, so Heyde weiter. Alle Angebote, auch das hauseigene E-Learning, seien zertifiziert.

Unter dem Motto »Kompetente Patienten brauchen kompetente Berater« hat Adexa außerdem das Netzwerk Patientenkompetenz mitinitiiert und ist heute dort Schirmherrin. Fünf Wochenendseminare, die sich derzeit auf die Themenbereiche Krebs und Mikronährstoffe fokussieren, fanden im vergangenen Jahr statt. Ein internetbasiertes Netzwerk dient der intensiven praxisnahen Fortbildung.

Seit dem 1. Januar 2004 sind die deutschen Vertragsärzte verpflichtet, die Umsetzung der berufsrechtlich geregelten Fortbildungspflicht gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) nachzuweisen. Fehlen die entsprechenden Belege, die alle fünf Jahre zu erbringen sind, müssen die KVen den Vergütungsanspruch des Arztes zunächst um zehn Prozent, nach mehr als einem Jahr um 25 Prozent kürzen. Erbringt ein Arzt fehlende Nachweise nicht innerhalb von zwei Jahren, ist die KV gehalten, unverzüglich die Entziehung der Zulassung beantragen. Grundlage des Nachweisverfahrens sind die Fortbildungszertifikate der Ärztekammern; genaue Regelungen zur Umsetzung der neuen Vorschriften wurden auf dem Deutschen Ärztetag 2004 beschlossen.

Die Apotheker sind bislang von ähnlichen Verpflichtungen verschont geblieben. Da für die Apotheken keine Kassenzulassung bestehe, die an die Pflichtfortbildung geknüpft werden könne, sei im Augenblick nicht mit einer Übertragung zu rechnen, so Eckert-Lill. Sicher auszuschließen sei eine entsprechende Regelung auf lange Sicht jedoch nicht. Die vor drei Jahren ausgesprochenen Erwartungen der Gesundheitsminister illustrierten relativ deutlich den diesbezüglichen Kurs in der Gesundheitspolitik. Festzustellen sei allerdings, dass die Krankenkassen bei Vertragsverhandlungen zunehmend auf den Nachweis qualitätssichernder Instrumente, unter anderem auch der Fortbildung, drängten. Top

© 2005 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa