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Apotheker müssen die Compliance fördern

20.03.2000
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-PolitikGovi-Verlag

4. ABDA-SYMPOSIUM PHARMAZEUTISCHE BETREUUNG

Apotheker müssen die
Compliance fördern

von Christiane Berg und Gisela Stieve, Hamburg

Um die Compliance und die Einstellung der Patienten zum Arzneimittel zu beeinflussen, ist es für den Apotheker hilfreich, mögliche Gründe für die Non-Compliance zu kennen, erklärte Dr. Frank Verheyen, Mitarbeiter im Zentrum für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA.

Während man in Deutschland noch von Compliance spreche, werde im angelsächsischen Raum bereits der Begriff Concordance gebraucht, so der Referent. Concordance beinhalte die therapeutische Allianz der Beteiligten, sie will das Selbstmanagement der Patienten stärken und gemeinsame Entscheidungen und Kommunikation fördern.

Was aber sind die Gründe für Non-Compliance? Verheyen nennt Vergesslichkeit, zu komplexe Therapieschemata, Unzufriedenheit der Patienten mit der Behandlung, mangelnde soziale Unterstützung von Familienmitgliedern, subjektive Krankheitstheorien oder eine fehlende Krankheitseinsicht.

Der Referent beschrieb diffizile Ängste von Patienten, auf die der Apotheker individuell eingehen muss. Dabei müsse er neben pharmazeutischen auch soziale und psychologische Faktoren beachten. Untersuchungen zufolge kann die Gesamtheit der Patienten in fünf Patiententypen eingeteilt werden: nicht interessierte gesunde Patienten, gesundheitsorientierte Patienten, funktionsorientierte Patienten (sie nehmen beispielsweise Schmerzmittel, um in ihrer Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt zu sein), Heilberufe- und Arzneimittel-orientierte Patienten sowie Alternativmedizin-orientierte Patienten.

Ziel der Pharmazeutischen Betreuung müsse es sein, die Compliance/Concordance zu fördern sowie die Arzneimitteltherapie in den Alltag einzupassen. Darüber hinaus müssten die Patienten zum Selbstmanagement ihrer Beschwerden motiviert werden.

Für diese Aufgaben seien aber die Pharmazeuten nicht ausgebildet – zu der hervorragenden pharmazeutischen Ausbildung müsse noch eine psychologische hinzukommen, forderte eine Apothekerin in der Diskussion. Bisher gebe es auf dem Weg zum Apotheker als Kommunikationsberuf eine verlässliche Möglichkeit, seine kommunikativen Fähigkeiten auszubauen: Veranstaltungen wie das ABDA-Symposium, so Organisator Dr. Martin Schulz in seiner Moderation.Top

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