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Gesundheitsfürsorge über das Netz mit "eEurope"

03.01.2000  00:00 Uhr

-PolitikGovi-Verlag

Gesundheitsfürsorge über
das Netz mit "eEurope"

von Susanne Hof, Brüssel

Eines der zehn Schwerpunktthemen der neuen Initiative "eEurope – eine Informationsgesellschaft für alle" beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die Gesundheitsfürsorge durch den stärkeren Einsatz von Informationstechnologien zu verbessern. Mit dieser Initiative will die EU-Kommission die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Bürger Europas von den Vorteilen der Informationsgesellschaft profitieren können und die Wirtschaft modernisiert wird.

Unter Bezugnahme auf Qualitätsverbesserung, Zugänglichkeit und Kostensenkung werden die Vorteile der Vernetzung von Krankenhäusern, Laboratorien, Apotheken, Ärzten, Zentren für Grundversorgung und Wohnungen dargestellt. Der "zersplitterte" Gesundheitsmarkt in der EU, so der Wortlaut der Mitteilung, behindere die Innovation und die Verbreitung guter Praktiken. Angestrebt werden ein Binnenmarkt für Produkte und Dienstleistungen der Gesundheitsfürsorge sowie die Zusammenarbeit in der Forschung, bei der Vereinbarung von Normen und Produktspezifikationen und dem Aufbau Europa weiter medizinischer Bibliotheken.

Bis Ende 2003 soll es allen Bürgern Europas ermöglicht werden, eine intelligente "Gesundheits-Chipkarte" zu besitzen, über die vertraulich auf Patienteninformationen zugegriffen werden kann. Bis Ende 2004 ist geplant, allen im Gesundheitswesen Tätigen und Verwaltern des Gesundheitswesens Zugang zu einer Infrastruktur für die Verhütung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu verschaffen.

Insgesamt zehn Schwerpunkte befassen sich unter anderem mit der Förderung des Kaufs und Verkaufs von Gütern und Diensten über das Internet, der "eTeilnahme" für Behinderte und "intelligenten" Chipkarten. Jeder Bürger, jeder Haushalt und jede Schule, jedes Unternehmen und jede Verwaltung soll ans Netz geführt werden. Es soll ein digital mündiges Europa mit einer Unternehmenskultur geschaffen werden, wobei alle gesellschaftlichen Schichten erfasst, das Vertrauen der Verbraucher gewonnen und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden soll.

Der Kommissionspräsident Romano Prodi bezeichnete bei der Vorstellung des Konzeptes die Entstehung der Informationsgesellschaft als die "wohl tiefgreifendste Veränderung seit der industriellen Revolution" und betonte damit die Bedeutung der mit der Initiative beabsichtigten Weichenstellung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Beschäftigungsaspekt, wobei auf Erfahrungen in den USA verwiesen wird, wo im letzten Jahr die Zahl der direkten Arbeitsplätze in Internetunternehmen von 1,6 auf 2,3 Millionen gestiegen ist.

"eEurope" soll im März 2000 auf einem EU-Sondergipfel verabschiedet und im ersten Halbjahr von der Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten auf den Weg gebracht werden.Top

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