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Keller einstimmig wiedergewählt

27.11.2000  00:00 Uhr

Keller einstimmig wiedergewählt

von Gisela Stieve, Eschborn

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Apothekerverbands (DAV) hat Herman Stefan Keller einstimmig in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Keller, der seit 1984 auch Vorsitzender des Landesapothekerverbands Rheinland-Pfalz ist, geht damit in seine dritte Amtszeit. Seine erneute Wiederwahl, so Keller in einer ersten Stellungnahme, sei für ihn Verpflichtung, auch in der kommenden Amtsperiode seine ganze Kraft zum Wohle des Berufsstandes einzusetzen.

Es gab "viel zu tun und viel zu verhandeln" in der vierjährigen Legislaturperiode, so Keller in seinem Rückblick. Im Jahr 1997 brachten die Zuzahlungsveränderungen zum 1. Januar und 1. Juli große Turbulenzen. Stagnierende Umsätze und sinkende Betriebsergebnisse prägten das Jahr. Die Rechenzentren lieferten den Ärzte im Schnellservice Verordnungsanalysen, was der Kooperation zwischen den Heilberufen zugute kam. Die Marketing Gesellschaft Deutscher Apotheker (MGDA) wurde als Tochter des DAV neu organisiert. Weiter hat der DAV zusammen mit den Rechenzentren und der Werbe- und Vertriebsgesellschaft ein Telematikprojekt aufgelegt, das heute für einen Feldversuch startklar ist. 1997 war das Jahr, als der DAV seine Arbeitskreise abgeschafft hat und statt dessen einmal im Jahr zu einer Klausurtagung einlädt.

1998 wurde die Arzneimittelpreisverordnung novelliert. Die Hilfstaxe ist erneut in Kraft gesetzt worden, Spezialrezepturen, insbesondere Zytostatika, sind aufgenommen worden. Für die Kennzeichnung der Klinikware hat sich Vorstandsmitglied Gerhard Reichert eingesetzt. Hier seien Teilerfolge zu verzeichnen, der Graumarkt habe aber nicht völlig trockengelegt werden können, so Keller. Schließlich haben die Krankenkassen im Bundestagswahlkampf Einfluss auf den Gestaltungsrahmen der gesetzgeberischen Maßnahmen genommen. Mit dem Regierungswechsel kam Andrea Fischer als erste grüne Bundesgesundheitsministerin ins Amt.

Ganz im Zeichen der kommenden Gesundheitsreform, die neue Themen wie Arzneimittelbudget und Benchmarking einführte, stand das Jahr 1999. Die Krankenkassen wollten die Datenerfassung in den apothekereigenen Rechenzentren verhindern. Langwierige Gespräche führten im Dezember zum Erfolg des DAV. Auch bei der Mifegyne-Diskussion konnten die Apotheker überzeugen: der Vertriebsweg Apotheke wurde nicht angetastet. Seinen Anfang fand die Diskussion um eine Regelversorgung mit Importarzneimitteln in diesem Jahr. Die Gespräche sind nach Kellers Worten bis heute nicht abgeschlossen. Der Grundstein für die Apothekenstatistik wurde gelegt ebenso wie die Kooperation mit den Selbsthilfegruppen unter Federführung von Vorstandsmitglied Monika Koch.

Das Jahr 2000 begann "relativ ruhig". Die Gesundheitsreform 2000 hatte zunächst weniger akute Probleme gemacht als zunächst angenommen. DAV-intern allerdings sei speziell zum Hauptthema der rot-grünen Regierung, den integrierten Versorgungsformen, hoher Diskussionsbedarf entstanden. In Darmstadt fand zum ersten Mal der vom DAV initiierte Selbstmedikationskongress statt. Er soll im Turnus von zwei Jahren veranstaltet werden. Die Gespräche um den ersten Feldversuch zum Telematikprojekt des DAV haben eine neue Stufe erreicht. Wichtig ist es laut Keller alle Partner, Krankenkassen, Ärzte und Apotheker ins Boot zu holen. Die Urteile "Stange", "Behrendes" und "DocMorris" seien respektable Etappensiege, die eine Systemveränderung abwenden konnten.

Am Ende der Wahlperiode konnte Keller konstatieren: "Wir haben gute Arbeit geleistet". Mit der Neuordnung der Geschäftsstelle in Eschborn seien die Weichen in die Zukunft gestellt worden. "Wir sind auf die Zukunft gut vorbereitet." Keller dankte den Vorstandskollegen und dem Eschborner Team für die loyale Zusammenarbeit.

Mit großem Dank für das Engagement in den vergangenen zwei Wahlperioden verabschiedete Keller Dr. Günther Theurer als Beisitzer. Der Ehrenpräsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg stand für eine Kandidatur nicht mehr zur Verfügung.

"Aus innerer Überzeugung" dankte Dr. Jörn Graue Keller für die geleistete Arbeit. "Der DAV ist gestärkt aus dieser Wahlperiode hervorgegangen".

Die Mitgliederversammlung des DAV wählte Gerhard Reichert, Bayerischer Apothekerverband, zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Beisitzer gehören Monika Koch, Sächsischer Apothekerverband, Fritz Becker, Landesapothekerverband Baden-Württemberg, und Dr. Peter Homann, Hessischer Apothekerverband, dem Geschäftsführenden Vorstand an.  Top

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