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Sicher, bequem, informativ und online

13.08.2001  00:00 Uhr

WWW.APONET.DE

Sicher, bequem, informativ und online

von Daniel Rücker, Berlin

Die deutschen Apotheker gehen in die Offensive. Ihr Internetportal aponet.de wendet sich an alle Surfer, die im Netz Informationen zu Arzneimitteln und anderen Gesundheitsthemen suchen. www.aponet.de ist seit zwei Wochen online.

"Mit aponet.de schaffen die Apotheken einen neuen Online-Service für alle Kunden, die das Internet nutzen möchten, aber nicht auf die in Deutschland garantierte Arzneimittelsicherheit verzichten wollen." Auf einer Pressekonferenz in Berlin wies ABDA-Präsident Hans-Günter Friese deutlich darauf hin, dass aponet.de zwar das Serviceangebot der Apotheken weiter ausbauen soll, neue Distributionsformen wie der Versandhandel aber weiterhin keine Option für die Apothekerinnen und Apotheker seien.

Das Gesundheitsportal bietet dem Kunden eine komfortable Möglichkeit, Arzneimittel über das Internet in der Apotheke seiner Wahl vorzubestellen: Der Nutzer sucht über den Apothekenfinder die Apotheke, in der er seine Arzneimittel abholen möchte. Dann loggt er sich mit seiner persönlichen Kennung in das Vorbestellsystem ein. Mit Hilfe einer Suchfunktion kann er das gewünschte Präparat auswählen. Seine Vorbestellung muss der Nutzer schließlich noch um einige persönliche Daten ergänzen. Diese werden mit der Bestellung per E-Mail oder Fax an die Apotheke weitergeleitet, aber bei aponet.de nicht gespeichert.

Die bestellten Präparate muss der Kunde aber weiterhin in der Offizin abholen. Der persönliche Kontakt mit dem Kunden sei im Sinne der Arzneimittelsicherheit unverzichtbar. Fehle die Möglichkeit zur persönlichen Beratung, etwa über Wechselwirkungen zwischen dem bestellten und anderen Arzneimitteln, sei die Gefahr unerwünschter Wirkungen groß. Friese: "Wir schaffen mit aponet.de eine neue Möglichkeit für Apotheken und Kunden auch online zu kommunizieren." Die hier angebotene Form des E-Commerce sei schneller, sicherer und preiswerter als das Angebot der Internet-Versandapotheken

Neben Apothekensuche und Vorbestellung bietet aponet.de eine Reihe von Informationsangeboten. "Die Redaktion erstellt täglich Nachrichten und informiert wöchentlich ausführlich über ein aktuelles Thema", erläuterte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hermann Stefan Keller. Weitere Informationsangebote bei aponet.de sind eine Heilpflanzendatenbank sowie Termine rund um die Gesundheitsvorsorge.

Aponet.de gibt allen Apotheken die Gelegenheit, eine eigene Internetpräsenz aufzubauen. "Mit einem leicht zu bedienenden Programm können sich Apothekerinnen und Apotheker innerhalb kürzester Zeit selbst eine Homepage bauen", erklärte Elmar Esser, Leiter Kommunikation bei der ABDA. Mit dieser Website, für die drei verschiedene Layoutvorlagen existieren, können Apothekerinnen und Apotheker ihr Dienstleistungsspektrum auch im Netz darstellen. Dieser Service von aponet.de ist für Apotheken kostenlos.

Mit der Resonanz der Apotheken auf aponet.de ist die ABDA sehr zufrieden. "Innerhalb weniger Tage haben sich rund 1500 Apotheken angemeldet, die am Vorbestellsystem teilnehmen wollen", sagte Keller. Bis zum Jahresende rechnet er mit 10.000 Apotheken, in denen Kunden ihre Arzneimittel vorbestellen können.

Friese nutzte die Gelegenheit noch einmal auf die Gefahren des Versandhandels mit Arzneimitteln hinzuweisen. So sind nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO 10 Prozent der über das Internet bestellten Arzneimittel gefälscht. Zudem würden häufig verschreibungspflichtige Arzneimittel mit erheblichen Nebenwirkungen auch ohne Rezept verschickt. Außerdem seien die Präparate in der Regel teurer als in einer deutschen Apotheke.

Der ABDA-Präsident stellte auch klar, dass Deutschland mit dem Versandhandelsverbot in Europa keineswegs allein auf weiter Flur stehe. In lediglich drei von 15 EU-Staaten sei diese Distributionsform legalisiert. Und die Erfahrungen in diesen Staaten zeige, dass durch Versandhandel die Arzneimittelausgaben keinesfalls reduziert würden. Top

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