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Erste Daten zu weiteren Potenzmitteln

04.12.2000
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Erste Daten zu weiteren Potenzmitteln

von Ulrich Brunner, Eschborn

Kurz nachdem der Pharmakonzern Lilly vor einem englischen Gericht einen Patentstreit mit Pfizer um die als Potenzmittel angewendeten Phosphodiesterase-Hemmer gewonnen hat, präsentiert das Unternehmen jetzt erste Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit seiner neuen Substanz IC351.

Wissenschaftler hatten die Studiendaten kürzlich auf einem internationalen Kongress im australischen Perth vorgestellt. In einer Untersuchung erhielten 212 Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) bis zu acht Wochen lang entweder Placebo oder IC351. Bis zu 88 Prozent der Behandelten in der Verumgruppe hätten von einer signifikanten Verbesserung ihrer Erektionsfähigkeit berichtet, meldet Lilly. Unter Placebo waren es dagegen nur 28 Prozent. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten.

Wissenschaftler hätten in Perth zudem Daten präsentiert, die belegen, dass IC351 selektiver an das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) binde als das bereits seit einiger Zeit von Pfizer unter dem Handelsnamen Viagra® weltweit vermarktete Sildenafil.

Pfizer hatte sein Exklusivpatent auf PDE-5-Hemmer erst kürzlich verloren. In einem vom Lilly Icos angestrengten Verfahren urteilte die Patentabteilung des High Court, des Obersten Zivilgerichts in London, das seit 1993 bestehende Patent sei ungültig. Pfizer habe die Forschungsaktivitäten von Konkurrenzfirmen behindert.

Auch die Bayer AG berichtete kürzlich von "ermutigenden" Studienergebnissen mit einem neuen PDE-5-Hemmer. Die Studiendaten zum Wirkstoff Vardenafil wurden ebenfalls in Perth präsentiert. Inzwischen seien weltweit klinische Studien der Phase III angelaufen. Top

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