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Mit Bienen gegen Krebs

06.12.2004
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Mit Bienen gegen Krebs

PZ  Honigbienen könnten in Zukunft bei der Produktion von Krebsmedikamenten helfen: Honig und Bienengift reduzierten bei Mäusen das Wachstum von Krebstumoren und die Ausbreitung von Tochter-Geschwüren.

Dies zeigte eine Studie kroatischer Forscher. Über ihre Ergebnisse berichteten Nada Oršoliæ von der Universität von Zagreb und ihre Kollegen im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/jsfa.2041).

Die Forscher beobachteten das Wachstum und die Ausbreitung von künstlich erzeugten Krebstumoren bei Mäusen, die mit Honig, Bienengift, dem zum Abdichten des Bienenstocks verwendeten Harz Propolis und dem Futtersaft „Gelee Royale“ behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass die Bienenprodukte sowohl zur Behandlung als auch zur Krebsvorsorge eingesetzt werden können. So reduzierte zum Beispiel bei den Mäusen Propolis das Wachstum von schon bestehenden Tumoren. Bienengift, das direkt in Tumoren injiziert wurde, ließ die Geschwülste schrumpfen und verzögerte zudem deutlich deren weiteres Wachstum. Für die Krebsprophylaxe waren Honig und Gelee Royale hilfreich: Honig verminderte die Ausbreitung von Tumoren in zuvor behandeltem Gewebe, und Gelee Royale hemmte die Entstehung von bösartigen Geschwüren.

Die Wirkungsweise ist bislang unklar. Die Forscher vermuten, dass die chemische Zusammensetzung der Produkte den Zelltod von krebsbefallenen Zellen verursachen könnte oder die Zahl der freien Radikale in Zellen und Körperflüssigkeiten reduziert. Auch das in den Erzeugnissen enthaltene Gift könnte einen Einfluss auf die Krebstumoren haben. Sie hoffen, dass Propolis und Honig bald in klinischen Studien zusammen mit einer Chemotherapie eingesetzt wird. Top

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