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Zinnfluorid erfolgreicher gegen Parodontose

03.07.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Zinnfluorid erfolgreicher
gegen Parodontose

PZ-Artikel

Zahnpflegemittel, die eine Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid enthalten, schützen besser vor Zahnfleischentzündungen und Parodontose als Aminfluorid alleine. Das berichtet die Firma Wybert, Lörach, und beruft sich dabei auf Studienergebnisse, die während eines internationalen Kongresses für Parodontologie Mitte Juni in Genf vorgestellt wurden.

Zahnfleischentzündung (Gingivitis) wird durch Abbauprodukte von Bakterien im Zahnbelag (Plaque) verursacht. Zusätzliche Risikofaktoren sind Rauchen, Stress und genetische Disposition. Circa 70 bis 85 Prozent aller Europäer leiden unter Gingivitis. In etwa 10 bis 15 der Fälle entwickelt sich daraus eine Parodontitis, die über Gewebeschäden und Knochenabbau zum Verlust der Zähne führen kann. Parodontitis bleibt häufig lange Zeit unbemerkt, da sie in der Regel schmerzfrei verläuft. Charakteristische Anzeichen: Das Zahnfleisch rötet sich, schwillt an und zieht sich zurück. Es beginnt bei mechanischer Beanspruchung leicht zu bluten, das Gewebe um den Zahn herum lockert sich und es tritt häufig Mundgeruch auf.

Zur Plaque-Entfernung werden neben mechanischen Methoden verschiedene chemische Wirkstoffe wie Chlorhexidin, Aminfluorid und Zinnfluorid eingesetzt. Neuerdings wird organisches Aminfluorid mit Zinnfluorid in einem Wirkkomplex kombiniert. Zinnfluorid wirkt stark antibakteriell und entzündungshemmend, wird aber leicht hydrolysiert. Durch die Kombination mit dem bisher schon zur Kariesprophylaxe eingesetzten, antibakteriell wirksamen Aminfluorid Olaflur wird es stabilisiert und bleibt länger in der Mundhöhle. In einer Studie mit 103 Probanden reduzierte eine Zahnpasta mit Aminfluorid/Zinnfluorid (Merido®) innerhalb von 6 Monaten Zahnfleischbluten von 45 auf 35 Prozent, die Vergleichszahnpasta mit Natriumfluorid verminderte Zahnfleischbluten auf 41 Prozent.

Parodontologen empfehlen zur Prophylaxe der Parodontose konsequente Mundhygiene durch Zähneputzen, Reinigung des Zahnzwischenraumes durch Zahnseide oder Interdentalbürstchen, Mundspüllösungen, regelmäßige Zahnarztbesuche und gegebenenfalls Aufgabe des Rauchens.Top

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