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Kritik an Kombipräparaten

14.02.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Kritik an Kombipräparaten

dpa In Deutschland werden jährlich etwa 30 000 Menschen wegen medikamenteninduzierter Kopfschmerzen stationär behandelt. Der Kieler Schmerzforscher Professor Dr. Hartmut Göbel gibt daran Kombipräparaten eine wesentliche Mitschuld. Die dauerhafte Einnahme ungünstig zusammengesetzter Medikamente könne sehr schnell dazu führen, dass der Körper zur Gegenregulation die Schmerzempfindlichkeit immer mehr steigere. Auffällig sei, dass es Medikamente gebe, die sehr schnell zum Dauerschmerz führten, andere jedoch nicht, sagte Göbel.

Nach seiner Kenntnis gibt es drei sinnvolle Substanzen zum Abbau des Kopfschmerzes: Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol. "Wir finden keine Patienten, die eines dieser Monopräparate nehmen und Dauerkopfschmerz haben", sagte der Chefarzt der Klinik für neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerztherapie in Kiel. Ein Schmerzmittel sollte nach den Erfahrungen der Schmerzklinik Kiel maximal an zehn Tagen im Monat genommen werden. "Der Körper regelt die Schmerzempfindlichkeit dann nicht selbstständig hoch, lautet die "Kieler Regel", wie Göbel sie nennt.Top

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