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Turbo für Vancomycin

03.09.2001
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Turbo für Vancomycin

PZ  Das Antibiotikum Vancomycin gilt als einer der letzten Auswege zum Beispiel gegen den multiresistenten Keim Staphylococcus aureus. Daher lösten die bei einigen Erreger-Stämmen auftretenden Resistenzen gegen diesen Wirkstoff große Besorgnis aus. 

Das Antibiotikum stört das Wachstum der bakteriellen Zellwände. Bei resistenten Stämmen ist der chemische Aufbau der Zellwand so verändert, dass sich der Wirkstoff nicht mehr anlagern kann - ein kleine Peptid-Kette an der Zellwand hindert ihn daran.

Um diese störenden Proteine zu entfernen, suchten Wissenschaftler von der Columbia University in New York nach einer Art molekularen Schere. Als geeigneten Kandidaten fanden sie einen Abkömmling der Aminosäure Prolin (SproC5). Zusammen mit Vancomycin verabreicht, erhöhte er die Wirkung des Antibiotikums um das Achtfache, berichten die Forscher in der Zeitschrift Science vom 24. August (293, Seiten 1484 bis 1487).

Das Molekül SproC5 ist allerdings nicht effektiv genug, um eine Infektion mit Vancomycin-resistenten Erregern bei Menschen zu besiegen, da die benötigte Antibiotikadosis für den Menschen immer noch viel zu hoch wäre. Daher wollen die Forscher SproC5 erst einmal patentieren und dann in Ruhe weiterentwickeln.

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