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Mit Komplexhomöopathie gegen Schwindel

19.07.2004  00:00 Uhr

PHARMAZIE

Mit Komplexhomöopathie gegen Schwindel

von Christiane Berg, Bremen

In der Behandlung des arteriosklerotisch bedingten Altersschwindels erwies sich das homöopathische Komplexmittel Vertigoheel als ebenso wirksam wie Ginkgo-biloba-Extrakt. Dies zeigte eine aktuelle Studie.

An der randomisierten Doppelblindstudie nahmen 170 betroffene Patienten im Alter von 60 bis 80 Jahren teil. Sie erhielten acht Wochen lang entweder täglich dreimal zwei Tabletten Vertigoheel® oder eine Tablette Tebonin® forte 40 mg. Bei beiden Therapieansätzen konnte eine Verbesserung der Schwindelsymptomatik (Schwankschwindel, Unsicherheit, Benommenheit) festgestellt werden, wobei die klinische Bewertung unter anderem an Hand von Geh- und Tretversuchen und des Mobilitätstests nach Tinetti vorgenommen wurde, informierte Dr. Michael Weiser, Forschungsleiter bei Heel, auf einer von Heel unterstützten Pressekonferenz.

Der Biologe betonte, dass sowohl Häufigkeit als auch Dauer und Intensität der Schwindelepisoden signifikant abnahmen. Das Homöopathikum habe sich gegenüber dem Phytotherapeutikum als äquivalent erwiesen und sei eine kostengünstige Alternative. Bei älteren Menschen mit Schwindelsymptomen sei das homöopathische Komplexmittel eine wirksame Behandlungsoption, bestätigte Dr. Rainer Klopp, Leiter des Instituts für Mikrozirkulation, Berlin.

Stärkung der Organfunktion

Der Humanmediziner schilderte „In-Vivo“- Ergebnisse von intravitalmikroskopischen Untersuchungen in exakt definierten mikrovaskulären Netzwerken in Cutis und Subcutis sowie in ZNS-korrespondierenden Gefäßregionen mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren, die den Blutstrom sicht- und messbar machen. Unter Vertigoheel habe sich ein erhöhter Blutfluss und eine bessere Verteilung der Blutzellen in den feinen Kapillaren beobachten lassen. Auch seien mehr Kapillaren durchströmt worden.

Klopp sprach von der dadurch bedingten Verbesserung der Sauer- und Nährstoffversorgung und infolgedessen der zentralen Organfunktion. Immunologische Reaktionen werden gefördert und Reparations- beziehungsweise Regenerationsprozesse gestärkt, erläuterte er. Die Befunde stünden im Einklang mit den Ergebnissen funktionsdiagnostischer Begleituntersuchungen wie Patientenbefragung und Nystagmographie. Mehrheitlich hätten die Probanden angegeben, dass es circa ab dem 56. Tag der Vertigoheel-Therapie zu einer Besserung ihres Befindens kam.

Erfolgreiche Therapie essenziell

Nicht zuletzt weil das homöopathische Komplexmittel mit seinen arzneilich wirksamen Bestandteilen Anamirta cocculus (Kokkelskörner), Conium maculatum (Gefleckter Schierling), Ambra grisea (Grauer Amber) und Petroleum rectificatum (Steinöl) die Langzeit- und Dauermedikation ermöglicht, sei es bei der Behandlung des cereobrovasculären und unklaren Schwindels neben allopathischen Standardtherapeutika (Betahistin, Dimenhydrinat, Flunarizin, Cinnarizin, Sulpirid) und Ginkgo biloba für ihn Mittel der Wahl, unterstrich Dr. Günther Bauer, niedergelassener Hausarzt in Timmendorf. Gleichermaßen rate er seinen Patienten zum Kreislauf-, Lage- und Hirntraining sowie zu einer Überprüfung der Ernährungs- und Lebenssituation.

Als Hauptursachen von Schwindel in hohen Jahren beschrieb Privatdozent Dr. Wolfgang J. Issing vom Freeman Hospital in Newcastle, England, Alterungsprozesse im Innenohr, Herz- und Kreislauferkrankungen, Mangeldurchblutung im Gehirn degenerative Veränderungen des Kleinhirns, Augenerkrankungen, orthostatische Hypotonie, verminderte Sensitivität der Propriorezeptoren und pharmakogenen Schwindel. Die Inzidenz von Schwindel bei über 60-Jährigen liegt bei 30 Prozent. Die erfolgreiche Behandlung gilt als essenziell. Jede zweite Oberschenkelhalsfraktur älterer Menschen geht auf eine Schwindelattacke zurück. Top

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