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Johanniskraut-Extrakt versus Citalopram

22.11.2004
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PHARMAZIE

Johanniskraut-Extrakt versus Citalopram

 

PZ  Hoch dosierter Johanniskraut-Extrakt ist bei der Behandlung von Patienten mit mittelschweren Depressionen in der Einmalgabe ebenso wirksam wie eine tägliche Einmalgabe des selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI) Citalopram. Beide Vera waren Placebo überlegen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung mit 388 Patienten.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten Patienten mit mittelschwerer Depression sechs Wochen lang entweder 900 mg Hypericum-Extrakt STW 3-VI (Laif® 900), 20 mg Citalopram oder Placebo. Die Präparate wurden einmal täglich eingenommen. Das Hauptzielkriterium zur Beurteilung der Therapiewirksamkeit war der Hamilton-Depressions-(HAMD)-Score. Von fast identischen Ausgangsmittelwerten (21,9 STW 3-VI, 21,8 Citalopram, 22,0 Placebo) verringerte sich der HAMD-Score nach sechs Wochen signifikant bei dem Hypericum-Extrakt und Citalopram auf 10,3 Punkte und bei Placebo auf 13,0 Punkte. Der Anteil der Therapieresponder lag in beiden Verumgruppen mit 55,0 Prozent (Hypericum-Extrakt) beziehungsweise 56,7 Prozent (Citalopram) ebenfalls auf dem gleichen Niveau und deutlich über dem Wert von 39,2 Prozent in der Placebogruppe.

Insgesamt war der Hypericum-Extrakt besser verträglich als Citalopram. In der Citalopram-Gruppe wurden signifikant mehr unerwünschte Arzneimittelwirkungen dokumentiert (53,2 Prozent) als in der Hypericum-Gruppe (17,2 Prozent) oder in der Palcebogruppe (30 Prozent).

Die Studie macht deutlich, dass die tägliche Einmalgabe von 900 mg Hypericum-Extrakt der täglichen Einmalgabe von 20 mg Citalopram bei Patienten mit mittelschwerer Depression nicht unterlegen ist. Da die Einmalgabe die Compliance der Patienten generell fördert, stellt dies gerade in der langfristigen Therapie mittelschwerer Depressionen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil bezüglich der Therapiesicherheit dar.

 

Quelle: Gastpar, M., Bässler, D. Zeller, K., Phytopharmaka und Phytotherapie 2004, Forschung und Praxis, 84

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