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Neue Option für Schmerzpatienten

13.10.2003
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PHARMAZIE

Pregabalin

Neue Option für Schmerzpatienten

 

PZ  In Deutschland leiden etwa 3,5 Millionen Menschen an neuropathischen Schmerzen. Mit dem Antikonvulsivum Pregabalin wird voraussichtlich im kommenden Jahr für diese Patienten eine weitere Therapieoption zur Verfügung stehen.

Pregabalin ist wie Gabapentin ein GABA-(Gamma-Aminobuttersäure)-Analogon, jedoch binden beide nicht an GABA-Rezeptoren. Der Vorteil von Pregabalin bestehe im raschen Wirkungseintritt und einer Bioverfügbarkeit von 90 Prozent. Die Plasmahalbwertszeit beträgt fünf bis sieben Stunden, so dass eine Einnahme zweimal täglich meist ausreicht.

In einer Placebo-kontrollierten Studie zur Therapie neuropathischer Schmerzen zeigte sich Pregabalin verglichen mit Placebo signifikant überlegen. Einbezogen wurden vor allem Patienten mit diabetischer Polyneuropathie und postherpetischer Neuralgie. Sie nahmen täglich 150, 300 oder 600 mg Pregabalin ein. Die Tageshöchstdosis von 600 mg wurde dabei nicht überschritten. Bereits eine Woche nach Therapiebeginn konnte mit allen Dosierungen eine bessere Analgesie als mit Placebo erzielt werden. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockener Mund, Übelkeit und periphere Ödeme. Schwindel und Müdigkeit traten vorwiegend nur in den ersten zwei bis vier Wochen nach Therapiebeginn auf und bildeten sich dann häufig zurück. Der Hersteller Pfizer beantragte für Pregabalin ebenfalls die Zulassung zur Therapie der Epilepsie.

© 2003 GOVI-Verlag
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