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Apotheker als Programmierer

16.10.2000  00:00 Uhr

Apotheker als Programmierer

PZ

"Tolle Idee, super" – die Resonanz des Auditoriums auf den Diskussionsvortrag von Thomas Andresen und Oliver Freichel beim DPhG-Kongress in Münster war eindeutig. Die Doktoranden aus dem Arbeitskreis von Professor Dr. Bernhard C. Lippold, Düsseldorf, hatten nicht aus ihrer Forschung berichtet, sondern ihr Internetangebot für Technologen vorgestellt. Die PZ fragte nach.

PZ: Seit Anfang des Jahres ist www.PharmTech.de im Netz. Sie sprechen von einer Plattform für die Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie. Was verbirgt sich dahinter?

Andresen: Bei der Vorbereitung von Studentenseminaren haben wir festgestellt, dass es zu technologischen Themen wenige gute, gebündelte Informationen im Netz gibt, die über Lehrbuchwissen hinausgehen. Mit PharmTech wollen wir diese Inhalte übersichtlich geordnet online verfügbar machen.

Freichel: Themen, die wir beide und die Kollegen im Arbeitskreis erarbeitet haben, haben wir in einer Wissensdatenbank zusammengefasst. Egal, ob Sie sich für Pulveraerosole, Granulate oder Tablettenpressen interessieren: Es gibt Hintergrundinfos, Fotos, animierte Sequenzen oder Herstelleradressen zu allen Bereichen der pharmazeutischen Technologie und Biopharmazie. In einem anderen Bereich finden die Studenten alle Materialien und Scripten für die Praktika der Arzneiformenlehre. Außerdem werden im Meetingbereich Veranstaltungstermine zu relevanten Kongressen bekannt gegeben.

PZ: Sie haben im Vortrag einen Aufsatz zum Lotuseffekt genannt. Das hat doch nichts mit Pharmazie zu tun?

Freichel: In der Rubrik Interessantes und Spannendes sammeln wir Arbeiten über Randthemen der Pharmazie, die sonst in der Versenkung verschwinden. Der Lotuseffekt, also die selbst reinigenden Oberflächen, ist übrigens wirklich spannend.

PZ: Richtig pharmazeutisch ist es dagegen auf den interaktiven Seiten zur Biopharmazie....

Andresen: Hier kann der Nutzer online Blutspiegelkurven von Arzneistoffen nach Gabe verschiedener Arzneiformen simulieren, ohne dass er eine spezielle Software benötigt. Die Grundstruktur des Programms haben wir von Professor David Bourne von der Uni Oklahoma bekommen. Diesen Java-Code haben wir weiterentwickelt und vielseitig nutzbar gemacht.

PZ: Sie sind beide Apotheker. Können Sie programmieren?

Andresen: Vor einem Jahr haben wir uns erstmals mit der HTML-Programmierung und später auch mit der Programmierung von Java-Scripts oder -Applets beschäftigt. Irgendwann ist die Idee entstanden, eine deutschsprachige Plattform für Technologie-Themen zu erstellen. Und vor zwei Monaten haben wir das Design komplett erneuert.

PZ: Wie soll es weitergehen?

Freichel: Als nächstes richten wir einen Chatroom für Studenten und Doktoranden ein. Außerdem wollen wir den Autorenkreis ausweiten und Kollegen motivieren, uns Beiträge zu schicken. Wir hoffen, dass uns dies heute mit der Präsentation beim Kongress gelungen ist. Top

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