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Neues Substitutionsregister

22.07.2002
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PHARMAZIE

Neues Substitutionsregister

 

PZ  Seit 1. Juli dürfen Ärzte Substitutionsmittel wie Methadon – oder in Ausnahmefällen auch Codein – nur dann verschreiben, wenn sie dies unverzüglich an das neu eingerichtete zentrale Substitutionsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden.

Zudem müssen die Ärzte den Nachweis der Fachkunde “Suchtmedizinische Grundversorgung” vorlegen, wenn sie mehr als drei Patienten substituieren. Bis zu dieser Grenze muss die Behandlung lediglich mit einem suchttherapeutisch qualifizierten Konsiliarius abgestimmt werden, erläuterte die Bayerische Akademie für Suchtfragen in Forschung und Praxis – BAS e. V. in einer Pressemitteilung. Sie begrüßt ausdrücklich die jetzt in Kraft getretenen Regelungen der 15. Betäubungsmittelrechts-Änderungsverordnung von 2001 und die Qualitätsstandards der Bundesärztekammer.

Nach dem neuen Gesetz muss jeder Arzt, der für einen opiatabhängigen Patienten ein Substitutionsmittel verordnet, unter anderem einen Patientencode, das Datum der Erstverschreibung und die Bezeichnung des Arzneimittels an die Bundesopiumstelle beim BfArM melden. Durch die Registrierung soll vermieden werden, dass sich Drogenabhängige bei verschiedenen Ärzten Substitutionsmittel verordnen lassen. „Hierdurch kann der Missbrauch der ärztlichen Substitution durch Drogenabhängige und somit auch der Methadonhandel auf dem Schwarzmarkt eingedämmt werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der BAS, Privatdozent Dr. Dr. Dr. Felix Tretter. Nähere Informationen zur Substitution bietet die BAS unter www.bas-muenchen.de, dort sind auch die Richtlinien der Bundesärztekammer zu finden. 

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