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Ohne Moos nix los

12.07.1999
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PZ-KOMMENTAR

Ohne Moos nix los

von Ulrich Brunner

Von der Hand in den Mund zu leben ist ungemütlich. So formulierte es Gräfin Sonja Bernadotte, die Präsidentin des Kuratoriums der Nobelpreisträgertagung in ihrer Eröffnungsrede, und adressierte ihre Kritik direkt an Staat und Union. Die Europäische Union habe in diesem Jahr die Lindauer Tagung nicht finanziell unterstützt. Aber ohne die Brüsseler Finanzspritze gerate der Kongreß zu einem riskanten Balanceakt. Das Kuratorium müsse sich nach anderen Sponsoren umschauen.

Jahr für Jahr bietet das Kuratorium Studenten, Stipendiaten und Doktoranden die einzigartige Möglichkeit, wissenschaftliche Elite hautnah zu erleben. Obwohl alle Nobelpreisträger auf ihr Honorar verzichten, kostet ein solcher Kongreß viel Geld. Zum Beispiel unterstützen die Veranstalter den Nachwuchs mit einem Fahrtkostenzuschuß. Ob sonst auch Stipendiaten aus Bosnien, Brasilien, Costa Rica oder China in Lindau dabei sein könnten, ist fraglich.

Schade, daß nun die EU mit ihren Sparmaßnahmen den wissenschaftlichen Dialog der Generationen aufs Spiel setzt.

Hoffentlich können Bernadotte und das Kuratorium das Defizit durch Zuschüsse privater Unternehmen ausgleichen. Ein bitterer Beigeschmack bleibt. Verkündet die Politik doch stets vollmundig, Bildung und Wissenschaft seien das wertvollste Kapital der Gesellschaft.Top

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