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Acetylcystein schützt vor Nephropathie

24.03.2003
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PHARMAZIE

Röntgenkontrastmittel

Acetylcystein schützt vor Nephropathie

 

PZ  Acetylcystein wird seit langem als Mukolytikum eingesetzt. Doch der Arzneistoff könnte auch Menschen mit einer Niereninsuffizienz vor weiteren renalen Schäden durch iodhaltige Röntgenkontrastmittel schützen.

Am Grantham Hospital der Universität von Hongkong untersuchten Ärzte 200 chinesische Patienten mit leichter Niereninsuffizienz (Kreatininclearance unter 60 ml/min), die sich einer Koronarangiographie unterziehen mussten (1). Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko für eine Kontrastmittel-induzierte Nierenschädigung. Sie erhielten entweder zweimal täglich 600 mg Acetylcystein (ACC) oder Placebo am Tag vor und am Tag der Untersuchung. Bei 12 Kontrollpatienten, aber nur bei vier Patienten unter ACC stieg der Serumkreatininspiegel innerhalb von 48 Stunden nach Kontrastmittelgabe um mehr als 25 Prozent. Im Unterschied zu Placebo erhöhte ACC die Kreatininclearance signifikant. Die Autoren folgen daraus, dass Acetylcystein Patienten mit mäßiggradiger chronischer Niereninsuffizienz vor einer Störung der Nierenfunktion durch das Kontrastmittel schützen kann.

Damit bestätigen sie Ergebnisse einer früheren Untersuchung (2), die ebenfalls einen Nutzen von ACC nachweisen konnte. Bei Patienten, die ein niederosmolares Iopromid-Kontrastmittel vor einer Computertomographie erhalten hatten, verhinderte das Antioxidans im Vergleich zu Placebo weitgehend den Anstieg des Serumkreatininwerts.

Die Nephrotoxizität verschiedener iodhaltiger Kontrastmittel prüfte kürzlich eine schwedische Arbeitsgruppe. 129 Diabetiker, die angiographisch untersucht wurden, erhielten entweder das isoosmolare nichtionische Kontrastmittel Iodixanol oder Iohexol, ein niederosmolares nichtionisches Kontrastmittel (3). Die Kreatininwerte stiegen signifikant weniger bei den Patienten, die Iodixanol erhalten hatten. Bei Hochrisikopatienten könnte Iodixanol besser nierenverträglich sein als ein niederosmolares Kontrastmittel, resümieren die Autoren der kleinen Studie.

Literatur

  1. Kay, J., et al., J. Am. Med. Assoc. 289 (2003) 553 - 558.
  2. Tepel, M, et al., N. Engl. J. Med. 343 (2000) 180 – 184.
  3. Aspelin, P., et al., N. Engl. J. Med. 348 (2003) 491 – 499.

© 2003 GOVI-Verlag
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