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Implantat gegen Hirntumoren

06.03.2000
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-PharmazieGovi-Verlag

Implantat gegen Hirntumoren

PZ-Artikel

Für sein Zytostatika-haltiges Implantat Gliadel® hat Aventis Pharma jetzt auch in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern die Zulassung erhalten. Das Implantat besteht aus dem abbaubaren Polymer Polifeprosan, das kontinuierlich Carmustin freisetzt, und kann Patienten, denen man zuvor chirurgisch ein bösartiges Hirngeschwulst (Glioblastom) entfernte, in den entstandenen Hohlraum appliziert werden.

In einer Multizenter-Studie, in die 222 Patienten mit rekurrierendem Glioblastom eingeschlossen wurden, steigerte Gliadel® die Überlebensrate von 36 (Placebo) auf 56 Prozent, meldet Aventis.

Als häufigste Nebenwirkungen traten Wundheilungsstörungen, Hirnödeme und intrakranielle Infektionen auf, heißt es in der Meldung. Die Betroffenen aus der Gliadel®-Gruppe litten zwar wesentlich früher unter Krämpfe, deren Inzidenz war aber mit denen unter Placebo vergleichbar.

Derzeit prüfe man in einer weiteren Untersuchung den Einsatz des Implantats in Kombination mit operativem Eingriff und Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem malignen Gliom.

Multiforme Glioblastome zählen zur häufigsten Form von bösartigen Hirntumoren. Gliadel® erhielt bereits 1996 seine erste Zulassung von der amerikanischen FDA. Das Präparat wurde ursprünglich von Guilford Pharmaceuticals entwickelt. 1996 erwarb Rhône-Poulenc Rorer - jetzt Aventis - die weltweiten Vermarktungsrechte.Top

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