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27.09.1999
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NSAR helfen bei kindlichem Rheuma

von Brigitte M. Gensthaler, München

Obwohl die meisten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) bei kindlichem Rheuma nicht zugelassen sind, werden sie häufig als Basistherapeutikum eingesetzt. Bei etwa einem Drittel der Fälle reicht eine Monotherapie zur Behandlung der chronischen Arthritis bei Kindern und Jugendlichen. Dabei sind alle NSAR gleich wirksam.

Das berichtete Professor Dr. Hans-Iko Huppertz, Direktor der Professor-Hess-Kinderklinik Bremen, bei einem von Boots Healthcare unterstützten Satellitensymposium während der 95. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am 10. September in München. Nach seiner Erfahrung sind gastrointestinale Nebenwirkungen durch NSAR bei kleinen Kindern sehr selten. In seiner Klinik werde vor allem Ibuprofen eingesetzt. Die Dosierung beträgt 35 bis 40 mg pro kg Körpergewicht, verteilt auf drei bis vier Einzelgaben. Zur Schmerzstillung und bei Fieber, für Ibuprofen auch als Saft zugelassen ist (zum Beispiel Nurofen®), genügt eine Tagesgesamtdosis von 20 bis 30 mg/kg.

Wenn nach acht bis zwölf Wochen einer NSAR-Therapie keine Besserung eingetreten ist oder Oligo- und Polyarthritiden vorliegen, sind zusätzliche physiotherapeutische und andere medikamentöse Maßnahmen nötig. Intraartikulär injizierte Steroide und/oder Chloroquin oder Sulfasalazin werden bei Oligoarthritis eingesetzt. Bei Erosion der Gelenke oder Funktionseinbußen bekommen die Kinder Methotrexat. Besonders wichtig sei es, Eltern und Kinder über den chronisch-rezidivierenden Verlauf der Erkrankung und die nicht kausale Therapie aufzuklären, sagte Huppertz. Dennoch könne das kindliche Rheuma ausheilen und das Kind gesund ins Jugend- und Erwachsenenalter eintreten.

Zurückhaltend äußerte sich Huppertz zu neuen Antirheumatika. Für die selektiven COX-2-Hemmer wie Rofecoxib und Celecoxib gebe es bislang keine Erfahrungen bei kindlichem Rheuma. Leflunomid oder TNF-a-Blocker wie Etanercept könnten Alternativen zu Methotrexat werden, jedoch sei der Einsatz bei Kindern noch unklar.Top

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