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Familien klagen gegen Pfizer

03.09.2001
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Familien klagen gegen Pfizer

PZ  Dreißig nigerianische Familien haben beim Federal Court in New York Klage gegen den Pharmakonzern Pfizer eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, 1996 während einer Meningitis-Epidemie in der nordnigerianischen Stadt Kano auf unethische Weise das damals noch nicht zugelassene Antibiotikum Trovafloxacin (Trovan®) an Kindern erprobt zu haben. 

Der Konzern habe 200 Kindern entweder Ceftriaxon oder Trovafloxacin verabreicht, obwohl letzteres vorher noch nie an Kindern erprobt wurde, so die Kläger. Pfizer habe den Notstand im Land gezielt ausgenutzt, obwohl gleichzeitig die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Bedürftige vor Ort kostenlos mit Chloramphenicol versorgt hätte, zitiert die New York Times die Anklageschrift. Während der Studie verstarben elf Kinder, weitere erlitten schwere Gehirnschäden.

Pfizer weist jede Kritik von sich. Die Studie sei im Einvernehmen mit den nigerianischen Behörden und mit Zustimmung der Eltern gelaufen. Zudem habe Trovafloxacin im Test besser abgeschnitten als das Vergleichspräparat und daher vielmehr das Leben infizierter Kinder gerettet.

Der Konzern musste Trovafloxacin in Europa kurz nach der Einführung auf Grund seiner lebertoxischen Wirkung wieder vom Markt nehmen.

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