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Mehr Anerkennung für Phytopharmaka

30.07.2001  00:00 Uhr

PROSTATA

Mehr Anerkennung für Phytopharmaka

PZ  Phytopharmaka sind aus der Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH) nicht mehr wegzudenken. Inzwischen boomt auch in den USA der Markt mit Präparaten aus Sabal, Brennnessel, Kürbissamen und dem chemisch definierten b-Sitosterol. Nach Meinung führender Urologen ist es höchste Zeit, die Therapie mit den Pflanzenextrakten endlich als evidenzbasierte Medizin anzuerkennen.

Immer mehr BPH-Patienten therapieren sich im Rahmen der Selbstmedikation mit pflanzlichen Präparaten. Diesem Trend könnten sich auch wir Urologen nicht einfach verschließen, so die Kritik verschiedener Wissenschaftler auf einem Satellitensymposium am Rande einer WHO-Konsensus-Konferenz in Paris. Das Symposium hatten zehn deutsche Phytopharmaka-Hersteller gemeinsam organisiert, um ihren Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung der pflanzlichen BPH-Therapeutika deutlich zu machen.

Verschiedene Metaanalysen rechtfertigen den Einsatz der Phytopharmaka bei BPH. Die Präparate seien nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin in die höchste Stufe einzuordnen, betonte Professor Dr. Karl Überla, Epidemiologe vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie in München.

Ähnlich auch das Fazit von Professor Dr. Jochaim Thüroff, Urologe an der Universitätsklinik in Mainz: Auf Grund der langen positiven Erfahrung und zahlreichen klinischen Studien hätten die Pflanzenextrakte ihren festen Platz in der BPH-Therapie. Um ihre Bedeutung weiter zu untermauern empfahl er seinen aber noch Langzeitstudien und Nachbeobachtungen nötig.

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