Pharmazeutische Zeitung online

Cineol bessert akute Sinusitis

04.02.2002  00:00 Uhr

Cineol bessert akute Sinusitis

von Elke Wolf, Rödermark

Das Monoterpen Cineol, das in reiner Form aus Eukalyptusblättern isoliert wird, bessert bei akuter Sinusitis bereits nach vier Tagen klinisch relevante Symptome. Das legt zumindest eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 150 Teilnehmern nahe, die Studienleiter Dr. Uwe Sonnemann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kürzlich auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Cassella-med vorstellte.

Die Studienteilnehmer bekamen entweder dreimal täglich zwei Cineol-Kapseln (Soledum®) oder Placebo vor den Mahlzeiten über sieben Tage. Vor Studienbeginn wurde die Erkrankung durch einen Symptomen-Score bewertet und durch sonographische und rhinoskopische Befunde sowie Laborparameter verifiziert. Sinusitis-spezifische Symptome wie Nasensekretion, Sekretmenge und -viskosität, Kopfschmerzen beim Bücken und bei Kopftieflage, Schmerzen der Trigeminus-Austrittspunkte, Nasenatmungsobstruktion, Fieber oder Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens wurden als Nebenzielparameter gesondert erfasst und ausgewertet.

Bereits nach vier Tagen zeigte sich ein klinisch relevanter und statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Cineol- und der Placebogruppe. Laut Sonnemann ging der Summenscore aller Symptome (Ausgangswert 100 Prozent) unter Cineol im Vergleich zu Placebo auf etwa 45 Prozent (versus 78 Prozent) nach vier Tagen zurück. Nach einer Woche sank der Score auf 20 Prozent (versus 58 Prozent unter Palcebo). Nach sieben Tagen hatten sich somit die Symptome um 80 Prozent gebessert, unter Placebo dagegen nur um 42 Prozent.

 

Cineol bei Asthma bronchiale Wenn weitere Studien bestätigen, was erste Untersuchungen mit kleinen Probandengruppen nahe legen, dann könnte sich die Cineol-Therapie auch für Asthma bronchiale eignen. In einem Vergleich mit Budesonid konnte Cineol quantitativ und qualitativ mithalten, informierte Privatdozent Dr. Uwe Juergens von der Universität Bonn. Nach dreitägiger Therapie waren verminderte Leukotrienspiegel nachweisbar. Diese ließen ich durch eine verbesserte Lungenfunktion und einen verringerten Atemwiderstand verifizieren.

 

Die bei der Eingangsuntersuchung festgestellte Verschattung der Kieferhöhle als Nachweis der Sinusitis löste sich unter Verum bei 71 Patienten (95 Prozent) vollständig auf. Der Vergleich macht die Effektivität der Therapie deutlich: In der Placebogruppe zeigte sich nach sieben Tagen noch bei 37 Studienteilnehmern (49 Prozent) ein Schatten. Die Studienergebnisse zeigten deutlich, dass Cineol nicht nur in vitro sekretolytische, sekretomotorische und antientzündliche Effekte zeigt, erklärte Sonnemann. Bei den unerwünschten Wirkungen unterschied sich das Verum nicht vom Placebo.

Eine akute Sinusitis kommt selten allein. Meist wird sie von einer Tracheitis, Pharyngitis oder Bronchitis begleitet. In der Doppelblindstudie milderte Cineol auch diese Begleiterkrankungen. Nach siebentägiger Cineol-Therapie machten sich die Tracheitis-Beschwerden nur noch mit 10,5 Prozent bemerkbar, bei den Teilnehmern der Placebogruppe dagegen noch mit 37 Prozent. Was Bronchitis betrifft, stieg die Zahl der Bronchitiden in der Placebogruppe über die ersten vier Tage an, während Cineol bereits wirksam war. Die Begleitbronchitiden nahmen unter Soledum® um 63 Prozent ab. Für die Pharyngitis sind die Ergebnisse vergleichbar. Top

© 2002 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa