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Schützt Rosiglitazon vor Diabetes?

04.12.2000
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Schützt Rosiglitazon vor Diabetes?

von Elke Wolf, Rödermark

Präklinische Untersuchungen zeigen, dass Rosiglitazon die b-Zellen des Pankreas regenerieren kann. Lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass der Insulinsensitizer Typ-2-Diabetes verhindern hilft?

Um diese Frage zu klären, wurde nun die DREAM-Studie (Diabetes Reduction Approaches with Ramipril and Rosiglitazone Medications) ins Leben gerufen, eine Studie die mit über 4000 Teilnehmern über fünfeinhalb Jahre laufen soll. Mit der Untersuchung wollen die Forscher klären, ob eine der häufigsten Erkrankungen der Industrienationen sich medikamentös verhindern lässt. Zu diesem Zweck sollen die Teilnehmer randomisiert entweder Rosiglitazon oder den ACE-Hemmer Ramipril oder Placebo erhalten. Alle Probanden haben ein genetisch oder ethnisch bedingtes erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Während der Studie werden sie alle sechs Monate auf Zeichen einer Glukoseintoleranz oder eines bestehenden Typ-2-Diabetes untersucht werden.

Ramipril wurde gewählt, weil es in der HOPE-Studie als unerwarteten Nebenbefund eine Senkung der Typ-2-Diabetes-Häufigkeit um 34 Prozent aufwies. Das eigentliche Ziel der HOPE-Studie war jedoch die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Die Ergebnisse bezüglich einer Prävention von Diabetes müssen deshalb noch geklärt werden.

Als wesentliche Ursache des Typ-2-Diabetes wird heute die Insulinresistenz angesehen. Erst in späteren Stadien der Erkrankung versagen die ß-Zellen des Pankreas. Rosiglitazon vermindert nicht nur direkt die Insulinresistenz, pärklinische Studien legen auch nahe, dass sich die ß-Zellen regenerieren. Dies betrifft ihre Zahl und Funktion. Ob dies auch klinische Relevanz hat, soll die DREAM-Studie klären. Bleibt zu hoffen, dass das Ziel der Studie, Typ-2-Diabetes zu verhindern, nicht das bleibt, was der Name der Studie ausdrückt. Top

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