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Schwangerschaft und TNF-alpha-Blocker

21.07.2003  00:00 Uhr

Schwangerschaft und TNF-alpha-Blocker

PZ  Ein aktueller Report im Journal of Rheumatology fasst die bislang umfangreichsten Erfahrungen zu einer Schwangerschaft unter einer langwirksamen antirheumatischen Therapie der rheumatoiden Arthritis mit Methotrexat zusammen. Des Weiteren beinhaltet er erste Daten zu Schwangerschaften unter Leflunomid, Etanercept und Infliximab.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Eliza F Chakravarty von der Stanford Universität in Kalifornien befragte amerikanische Rheumatologen zu ihrer Auffassung und ihren Erfahrungen sowie ihren Empfehlungen bezüglich einer Schwangerschaft unter Methotrexat, Leflunomid, Etanercept und Infliximab. Insgesamt wurden an 600 Mitglieder des American College of Rheumatology Fragebögen versandt.

Unter den genannten langwirksamen antirheumatischen Therapien kam es im Erfahrungsumfeld der befragten Rheumatologen insgesamt zu 65 Schwangerschaften. Soweit die Daten vorhanden waren, wurden zu diesen Schwangerschaften folgende Informationen abgefragt: Zeitpunkt der Entbindung (zum Termin oder vorzeitige Geburt), Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation, spontaner Abort (Fehlgeburt), kindliche Missbildungen sowie sonstige Schwangerschaftskomplikationen.

Übereinstimmend wurde das bekannte erhöhte Risiko für kindliche Missbildungen von Müttern bestätigt, die während der Empfängnis und in der frühen Schwangerschaftsphase mit Methotrexat behandelt worden waren. Erstaunlicherweise wurden keine erhöhten Missbildungsraten in einer vergleichbaren Situation für Kinder berichtet, deren Mütter mit Leflunomid, Etanercept oder Infliximab behandelt worden waren. Allerdings war die Zahl der Schwangerschaften sehr gering, so dass derzeit nur sehr vorsichtige und vorläufige Aussagen aus dieser Studie möglich sind, resümierten die Autoren. Speziell für Leflunomid bedeuten diese Daten nicht, dass Leflunomid im Hinblick auf eine Schwangerschaft eine sichere Substanz sei. Im Gegenteil gelte unverändert, dass es unter Leflunomid auf keinen Fall zu einer Schwangerschaft kommen darf, da präklinische Studien eine Teratogenität dieser Substanz sicher belegen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen zu Adalimumab noch keine Daten vor, die Anzahl aufgetretener Schwangerschaften unter dem rein humanen TNF-alpha-Antikörper ist unbekannt.

 

Literatur: Chakravarty EF, Sanchez-Yamamoto D, Bush TM. The use of disease modifying antirheumatic drugs in women with rheumatoid arthritis of childbearing age: a survey of practice patterns and pregnancy outcomes. J Rheumatol 2003 Feb; 30(2):241-6.Top

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