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Einbindung der Apotheker in die Diabetikerversorgung

14.02.2000
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-PharmazieGovi-VerlagPHARMAZEUTISCHE BETREUUNG

Einbindung der Apotheker in
die Diabetikerversorgung

von Christiane Eickhoff und Martin Schulz, Eschborn

Im November 1998 setzte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf Initiative von Professor Dr. Hermann P. T. Ammon, Universität Tübingen, eine Ad-hoc-Kommission ein, um zu diskutieren, welche Aufgaben Apotheker bei der Betreuung diabetischer Patienten übernehmen könnten. Die Kommission setzte sich aus Repräsentanten verschiedener Gesellschaften zusammen.

Die stärkere Einbindung der Apotheken in die Diabetikerversorgung wurde von Seiten der DDG ausdrücklich befürwortet und in mehreren Kommissionssitzungen ausführlich diskutiert. Die Aufgaben und Möglichkeiten des Apothekers wurden in den Themenschwerpunkten der allgemeinen Gesundheitsberatung, der Früherfassung und in der Pharmazeutischen Betreuung von diabetischen Patienten gesehen. Ergebnis dieser engagierten und aufgeschlossenen Zusammenarbeit sind zwei Konsensuspapiere: Das Konzept "Pharmazeutische Betreuung diabetischer Patienten und Gesundheitsberatung von Risikopersonen durch den Apotheker: Möglichkeiten und Grenzen"  und das "Programm zur Intensiv-Diabetes-Fortbildung für Apotheker".

Mitglieder der Ad-hoc-Kommission

  • Dr. R. Renner, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Vorsitz
  • Dr. H. Schmall, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK)
  • Dr. M. Schulz, Leiter des Zentrums für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA
  • Prof. Dr. H.P.T. Ammon, Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG)
  • Dr. Funke, Vorstandsmitglied der DDG
  • Dr. Lengeling, Leiter des Ausschusses Praxis und Poliklinik der DDG
  • Professor Dr. Helmut Mehnert, Präsident der Deutschen Diabetes Union (DDU
  • Gisela Müller, Repräsentantin der Diabetesberaterinnen

Beide Konsensuspapiere wurden sowohl vom Vorstand der DDG als auch von der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer sehr positiv aufgenommen und jeweils einstimmig verabschiedet.

Fortbildungsprogramme

Das Konzept zur Pharmazeutischen Betreuung diabetischer Patienten legte den Rahmen für eine entsprechende Fortbildung für Apotheker fest. Das Programm für diese Intensiv-Fortbildung wurde in einer Arbeitsgruppe der Beauftragten für Pharmazeutische Betreuung der Landesapothekerkammern inhaltlich ausgestaltet. Als zeitlicher Umfang der Fortbildung sind 36 Stunden zuzüglich eines Praktikums in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis oder Klinik vorgesehen.

Weiterhin wurde in der Arbeitsgruppe eine Basisfortbildung konzipiert, um flächendeckend eine qualitativ hochwertige Versorgung der Diabetiker in Apotheken zu garantieren. Während die umfangreiche Intensiv-Fortbildung besonders für Apotheker geeignet ist, die sich verstärkt auf diesem Gebiet engagieren wollen, soll die Basisfortbildung für alle Apotheken und das gesamte pharmazeutische Personal angeboten werden.

Mit beiden Fortbildungsprogrammen soll die Grundlage für eine bundesweit einheitliche Fortbildung geschaffen werden. Die Programme wurden im November 1999 von der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer einstimmig verabschiedet.

Programm zur Intensiv-Fortbildung

Die im Konzept "Pharmazeutische Betreuung diabetischer Patienten und Gesundheitsberatung von Risikopersonen durch den Apotheker: Möglichkeiten und Grenzen" beschriebenen Themenschwerpunkte liegen in der Gesundheitsberatung, der Früherfassung und der Pharmazeutischen Betreuung diabetischer Patienten.

Mit der Fortbildung soll der Apotheker unterstützt werden, diese Inhalte in die Praxis umzusetzen. Vermittelt werden deshalb neben den theoretischen Grundlagen zur Physiologie, Pathophysiologie und Diagnostik besonders die praktisch relevanten Kenntnisse, unter anderem der Pharmazeutischen Betreuung diabetischer Patienten, Organisation und Kommunikation in der Apotheke, die intensiv behandelt werden. Besonderer Wert wird auf die Praxisnähe der Fortbildung gelegt: So werden als Referenten neben Apothekern unter anderem auch Ärzte, Diabetes-Assistentinnen, Psychologen und Patienten in die Fortbildung eingebunden. Dies verdeutlicht die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Voraussetzung für eine effektive Versorgung diabetischer Patienten ist.

Programm zur Basisfortbildung

Grundlegend bei der Versorgung und Betreuung der Diabetiker sind die Hilfs- und Arzneimittel, die zur Behandlung der Erkrankung benötigt werden. In diesen beiden Bereichen soll der Patient in allen Apotheken kompetent informiert, beraten und versorgt werden. Die Basisfortbildung bildet die Grundlage für die Qualitätssicherung bei der Abgabe von Antidiabetika und Hilfsmitteln für Diabetiker in allen Apotheken und wird deshalb für das gesamte pharmazeutische Personal angeboten.

Im Curriculum der Basisfortbildung sind zwei Module mit jeweils vier Stunden vorgesehen. Im ersten Modul wird die Pharmakotherapie des Diabetes mellitus behandelt, während das zweite Modul die dort relevanten Hilfsmittel und Messmethoden zum Thema hat. Im zweiten Modul liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung und Bewertung der Hilfsmittel. Beide Module können – innerhalb eines begrenzten Zeitraums - für die Intensiv-Fortbildung anerkannt werden.

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