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Eintägige Vierertherapie wirksam

13.10.2003
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Helicobacter pylori

Eintägige Vierertherapie wirksam

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Die Eradikation von Helicobacter pylori stellt eine kosteneffektive Methode dar, die Häufigkeit von Ulcusrezidiven zu reduzieren und die Komplikation eines peptischen Ulcus zu vermeiden. Da H. pylori ein Risikofaktor für die Entwicklung eines Adenokarzinoms des Magens und eines Mucosa-assoziierten Lymphoms ist, kann mit seiner Eradikation ebenfalls die Tumorhäufigkeit reduziert werden.

Erst kürzlich haben sich international führende H.-pylori-Experten auf einer Konsensus-Konferenz für eine siebentägige Tripeltherapie ausgesprochen, die – bei gutem Eradikationserfolg – wenig Nebenwirkungen und eine gute Patientencompliance aufweist. In einer randomisierten, prospektiven Studie wurde nun untersucht, ob H. pylori mit einer eintägigen Eradikationstherapie mit vier Arzneistoffen ebenso effektiv behandelt werden kann wie mit der üblichen Tripel-Therapie. Hierzu erhielten insgesamt 160 Patienten mit einer gesicherten Helicobacter-pylori-Infektion, einer schweren Dyspepsie (Glasgow Dyspepsia Severity Score über 3) und einem positivem Urea-Atemtest entweder:

  • eine eintägige Therapie mit Bismuth-Tabletten (4 x 2 Tabletten à 262 mg), Metronidazol (1 x 500 mg), Amoxicillin (1 x 2 g) und Lansoprazol (2 x 30 mg) oder
  • eine siebentägige Therapie (täglich 1 x 500 mg Clarithromycin, 2 x 500 mg Amoxicillin, 1 x 30 mg Lansoprazol).

Ein weiterer Urea-Atemtest fünf Wochen nach Therapieende sollte die Wirksamkeit der Behandlungsregime überprüfen, wobei ein negativer Test als Erfolg der Eradikation galt. Die Studie war so aufgebaut, dass statistisch signifikant festgestellt werden konnte, ob die beiden Therapieformen äquivalent waren.

Der prozentuale Anteil an Patienten, bei denen die Eradikationstherapie erfolgreich war, lag in der Ein-Tages-Gruppe etwas höher als in der Sieben-Tages-Gruppe (95 versus 90 Prozent). Die eintägige Therapie führte fünf Wochen nach Eradikation zu gleichen Ergebnissen wie die siebentägige Therapie. In beiden Gruppen ging der Glasgow Dyspepsia Severity Score um 7,5 Punkte zurück. Patienten mit Therapieversagen (vier Patienten der Ein-Tages-Therapie und sieben Patienten der Sieben-Tages-Therapie) erhielten eine Anschlusstherapie über zehn Tage. Signifikante Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Ein Tag oder sieben

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine eintägige Eradikationstherapie mit vier Arzneistoffen bei Patienten mit Dyspepsie und positivem Urea-Atemtest mindestens gleich wirksam ist wie eine siebentägige Therapie mit drei Arzneistoffen, was sich positiv auf Compliance und Kosten der Therapie auswirken könnte. Um zu beurteilen, inwieweit dieses Regime auch bei Patienten mit peptischen Ulcera, Mucosa-assoziierten Lymphomen oder Adenokarzinomen des Magens gleichwertig ist, sind allerdings weitere Untersuchungen nötig.

Quelle: Lara, L. F., et al., Arch. Inter. Med. 163 (2003) 2079 - 84Top

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