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Neue Mikroskope für die Hamburger Pharmazie

08.04.2002
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Neue Mikroskope für die Hamburger Pharmazie

von Andreas Herde, Hamburg

Die Hamburger Studentenschaft kann mit 24 neuen Mikroskopen ins Sommersemester 2002 starten. Dafür sorgte Professor Dr. Elisabeth Stahl-Biskup vom Hamburger Institut für Pharmazie. Ihr liegt die Ausbildung der Studierenden am Mikroskop besonders am Herzen. Qualitätskontrolle von Drogen ist ohne Mikroskop nicht denkbar und die neue Approbationsordnung gibt ihr recht. Nur um wenige Stunden gekürzt und inhaltlich erneuert kommt den mikroskopischen Praktika nach wie vor ein angemessener Raum in der Pharmazeutenausbildung zu.

Die mikroskopische Ausbildung in Hamburg fanden inzwischen an dreißig Jahre alten Mikroskopen statt, von denen jedes viele Generationen von Studierenden erlebte und über 8000 Stunden im Einsatz war. Verschleißteile wie Lampen und Objektive waren nun nach 30 Jahren nicht mehr zu erhalten. Aus Etatmitteln war eine Neuanschaffung nicht zu finanzieren und Sondermittel konnte der Fachbereich Chemie dafür nicht bereit stellen.
Stahl-Biskup startete daher einen Spendenaufruf bei allen Phytopharmaka-Herstellern in Deutschland sowie bei der Hamburger Apothekerschaft und warb um finanzielle Unterstützung zur Neubeschaffung von Mikroskopen. Ihre Argumente: Nur exzellente Arbeitsbedingungen in der Ausbildung können das Interesse des Nachwuchses an der Qualitätskontrolle von Drogen stärken. Die Mikroskopie bleibt ein wichtiges Standbein der Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln und der Identitätsprüfung von Drogen in der Apotheke.

Bis zum Jahresende wurden 33.000 DM gespendet und die Abteilung legte aus eigenen Mitteln weitere 5000 DM dazu. So konnten schließlich 24 Mikroskope neu beschafft werden, die in den letzten Tagen des Wintersemesters ausgeliefert wurden. Die Studenten konnten bereits erste gute Erfahrungen mit den neuen Geräten sammeln.

Zwölf noch recht gut funktionierende Mikroskope schickten die Hamburger im Februar per Schiff nach Südafrika. Dr. Alvaro Viljoen, ein Kollege am Institut für Pharmazie der "University of the Witwatersrand" im südafrikanischen Johannesburg hatte auf einer Tagung berichtet, dass in der dortigen Pharmakognosie der Unterricht ohne Mikroskope abläuft, weil kein Geld dafür vorhanden ist. "Die Mikroskope sind gut angekommen, ein glücklicher Tag in meinem Leben" bestätigte Viljoen per E-Mail Mitte März. So konnten nicht nur Hamburger sondern auch die Johannesburger Pharmaziestudierenden mit neuen Mikroskopen ins Sommersemester starten.

In Hamburg ist nach wie vor ein Dutzend alter Mikroskope weiter im Einsatz. Auch sie müssen ausgetauscht werden. Deshalb hofft die Hamburger Pharmazeutische Biologie weiter auf Hilfe. Wenn Sie sich hier beteiligen wollen, überweisen Sie bitte Ihre Spende auf das Konto der Allgemeinen Wissenschaftsförderung/Universität Hamburg, Konto 080262930, bei der Deutschen Bank Hamburg (BLZ 200 700 00), Stichwort: Nr. 25991/Stahl-Biskup/Mikroskope. Eine Spendenbescheinigung wird Ihnen von der Verwaltung der Universität umgehend zugesandt. Top

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