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Klinische Pharmazie noch wenig etabliert

16.02.2004  00:00 Uhr
Workshop der DPhG

Klinische Pharmazie noch wenig etabliert

von Charlotte Kloft, Berlin, Ulrike Langer, Mainz, Ulrich Jaehde, Bonn, Petra Högger, Würzburg und Eva Susanne Dietrich, Köln

Die im Oktober 2001 in Kraft getretene novellierte Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) sieht die „Klinische Pharmazie“ als neues fünftes Lehr- und Prüfungsfach vor, das bis zum Sommersemester 2005 an den Universitäten eingeführt sein muss. Ein Workshop erarbeitete den Stand der Dinge sowie neue Ideen.

Im Herbst 2001 ist die Klinische Pharmazie als fünfte Säule des Pharmaziestudiums hinzugekommen, deren Prüfungsstoff im 2. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung unter dem Abschnitt V „Klinische Pharmazie“ festgelegt ist. Die zugehörigen Lehrveranstaltungen ergeben sich aus dem Stoffgebiet I „Pharmakologie und Klinische Pharmazie“. Diese müssen nach novellierter AAppO bis zum Sommersemester 2005 an allen Pharmazeutischen Instituten angeboten werden, ebenso wie eine eigene Prüfung im Fach Klinische Pharmazie im Herbst 2005.

Vor diesem Hintergrund fand am 5. und 6. September 2003 in Münster ein Workshop mit dem Thema „Umsetzung der novellierten Approbationsordnung: Etablierung der Klinischen Pharmazie an den Pharmazeutischen Instituten“ statt. Der von der Fachgruppe Klinische Pharmazie (vormals Arbeitsgemeinschaft) der DPhG bereits zum fünften Mal organisierte Workshop bot Mitgliedern und zahlreichen interessierten Gästen die Möglichkeit, Anregungen für die Umsetzung an ihrem Institut zu erhalten und im Kollegenkreis zu diskutieren.

Die Veranstaltung gliederte sich in zwei Teile: Am ersten Tag präsentierten Vertreter einzelner Institute ein Bild vom derzeitigen Stand der Umsetzung, woraufhin die Teilnehmer am zweiten Tag in vier Arbeitsgruppen folgende spezielle Themen bearbeiteten, deren Ergebnisse im Plenum verabschiedet wurden:

  • Ausgestaltung der Pflichtveranstaltungen in Klinischer Pharmazie
  • Ausgestaltung des Wahlpflichtfachs Klinische Pharmazie
  • Pharmakoepidemiologie/Pharmakoökonomie: Umsetzung in der Lehre
  • Auswertung einer Fragebogenaktion zur Umsetzung der Klinischen Pharmazie an den Pharmazeutischen Instituten

 

Zielsetzung Die Studierenden sollen befähigt werden, die Gesamtsituation des Patienten hinsichtlich seiner Erkrankung und Arzneimitteltherapie zu verstehen und diese Kenntnisse einzusetzen, um Patienten und Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe in der optimalen Arzneimittelanwendung evidenzbasiert und verantwortlich zu unterstützen.

 

Standards für die Pflicht

Wie die zukünftigen Pflichtveranstaltungen und Prüfungen im Fach Klinische Pharmazie gestaltet werden sollten, hinterfragte die Arbeitsgruppe von Professor Ulrich Jaehde aus Bonn. Bisher wurden nur an wenigen Pharmazeutischen Instituten Professuren für das Fach eingerichtet (Bonn, Würzburg) oder ausgeschrieben (Düsseldorf, Halle). Um patientenorientierte Dienstleistungen bundesweit etablieren zu können, ist es jedoch wichtig, dass an allen Standorten von Anfang an klinisch-pharmazeutische Pflichtveranstaltungen von hoher Qualität angeboten werden. Daher stellte die Arbeitsgruppe zehn Standards auf (siehe Kasten unten), an denen sich die Institute bei der Planung der Lehrveranstaltungen orientieren können. Die besondere Situation kleinerer Institute und Institute ohne Professur für Klinische Pharmazie wurde dabei berücksichtigt.

 

Standards
  1. An Standorten ohne Professur für Klinische Pharmazie soll darauf hingewirkt werden, dass eine solche Professur in den Hochschulentwicklungsplan für die Pharmazeutischen Institute und Fachbereiche aufgenommen wird.
  2. An Standorten ohne Professur für Klinische Pharmazie soll übergangsweise ein fachnaher Hochschullehrer oder Lehrbeauftragter benannt werden, der ein Gesamtkonzept für die Ausbildung im Fach Klinische Pharmazie erarbeitet, dieses umsetzt und die Lehrveranstaltungen koordiniert und deren Qualität sichert.
  3. In den Lehrveranstaltungen der Klinischen Pharmazie im 2. Ausbildungsabschnitt sollen vor allem wissenschaftliche Grundlagen und methodische Voraussetzungen der klinisch-pharmazeutischen Beratung und Betreuung vermittelt und erlernt werden.
  4. Die Inhalte der auf das Prüfungsfach Klinische Pharmazie vorbereitenden Lehrveranstaltungen müssen sich am Stoffkatalog der Anlage 14 orientieren, alle unter dem Abschnitt V genannten Themen sind zu vermitteln.
  5. Das Seminar Klinische Pharmazie soll in vollem Umfang in Untergruppen (maximal 30) durchgeführt werden, um fallbezogenes und interaktives Lernen zu ermöglichen.
  6. Bei den im Rahmen des Seminars Klinische Pharmazie zu bearbeitenden Beispielen sollen Patientenakten und Patientendaten eine zentrale Rolle spielen, wünschenswert ist auch ein direkter Kontakt mit Patienten.
  7. An der Ausbildung sollen Apotheker und Ärzte aus der Praxis als Lehrende beteiligt werden.
  8. Gemeinsame Veranstaltungen von Pharmazie- und Medizinstudierenden sollen angestrebt werden, auch um bereits in einem frühen Stadium eine Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker zu fördern.
  9. Als Leistungskontrollen für das Seminar Klinische Pharmazie können Hausarbeiten, die nach Möglichkeit universitätsöffentlich präsentiert werden sollten, und Fallpräsentationen dienen.
  10. In der Prüfung Klinische Pharmazie im 2. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung sollen an Standorten ohne Professur für Klinische Pharmazie oder für das Fach habilitierten Dozenten vorübergehend Lehrbeauftragte als Prüfer ernannt werden, die wesentlich und regelmäßig an der Lehre beteiligt sind und besondere Erfahrungen in Wissenschaft und Praxis der Klinischen Pharmazie vorweisen können. Die Prüfung soll auch fallbezogene Fragen beinhalten.

Standards zur Gestaltung der Pflichtveranstaltungen und Prüfungen im Fach Klinische Pharmazie nach der Approbationsordnung für Apotheker vom 14. Dezember 2000, Fachgruppe Klinische Pharmazie der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft

 

Freiheit in der Kür

Die Arbeitsgruppe um Professor Petra Högger (Würzburg) erarbeitete Projektideen für das Wahlpflichtfach Klinische Pharmazie. Da es keine Vorgaben zu dessen Ausgestaltung gibt, bestehen hier die größten Gestaltungsmöglichkeiten. Schon bei einem der früheren Workshops erstellte die damalige Arbeitsgemeinschaft Klinische Pharmazie allgemeine Empfehlungen zum Wahlpflichtfach, die nun konkretisiert und mit Leben gefüllt werden sollten.

 

Empfehlung der Fachgruppe Klinische Pharmazie zum Wahlpflichtfach
  • Interdisziplinäre Themen, in Zusammenarbeit mit anderen pharmazeutischen oder anderen Fächern
  • Projektarbeit über spezielle Pharmakotherapie, Patientengruppen oder individuelle Patienten
  • Auswertung von Daten aus eigenen Erhebungen, Simulation oder Datenbanken
  • Zusammenarbeit mit Apothekern aus der Praxis, Ärzten und Patienten

 

Bei einer ersten Ideensammlung der Teilnehmer zeichnete sich ab, dass es sehr unterschiedliche Modelle zur Realisierung des Wahlpflichtfachs geben wird, die sich nach den Möglichkeiten und Schwerpunkten des jeweiligen Standortes richten werden. Dabei könnten Praktika nicht nur an der Universität, sondern auch im Krankenhaus oder der öffentlichen Apotheke geleistet werden. Die Arbeitsgruppenteilnehmer trugen für die einzelnen Bereiche exemplarisch Inhalte oder mögliche Projekte zusammen und diskutierten die Rahmenbedingungen für eine Umsetzung.

Aktionsfeld Krankenhaus: Hier sind sowohl Patientenkontakt als auch Zugang zu den entsprechenden Krankenakten möglich. Die Studierenden können ausgewählte Patientenfälle nach dem SOAP-Schema (Subjektive/Objektive Daten, Analyse, Plan) bearbeiten. Idealerweise lösen dabei Pharmazie- und Medizinstudierende im Zweierteam eine solche Fragestellung und bereiten eine Patientenpräsentation vor, wobei jeder sein pharmazeutisches beziehungsweise medizinisches Fachwissen einbringen könnte. Als geeignete Bereiche im Krankenhaus wurden die Onkologie und die Intensivmedizin vorgeschlagen.

Aktionsfeld Offizin: In der öffentlichen Apotheke können Studierende neue Projekte anstoßen oder weiterführen, die auch nachfolgend von der jeweiligen Apotheke aktiv betrieben werden könnten oder sollten. Denkbar ist hier, Projekte in Pharmazeutischer Betreuung oder an nicht ausreichend versorgten Schnittstellen zu initiieren. Dies könnte auch einen reibungslosen Übergang von klinischer zu ambulanter Behandlung fördern oder Tätigkeiten von ambulanten Pflegediensten und Apotheken verzahnen. Als mögliche Projektthemen wurden Dekubitusprophylaxe und Wundversorgung genannt.

Als unabdingbar für die Realisierung von Wahlpflichtprojekten, deren praktische Anteile außerhalb der Universitäten stattfinden, sind Seminare zur Vor- und Nachbereitung, die dann ebenfalls interdisziplinär ausgerichtet sein sollen. So sollen beispielsweise Vertreter der Universität, praktisch tätige Apotheker, Ärzte und gegebenenfalls Pflegepersonal daran mitwirken und ein Mentor die Studierenden anleiten und betreuen. Dieser könnte ein engagierter Kollege aus der Praxis oder ein Doktorand der Klinischen Pharmazie sein.

Aktionsfeld Universität: Entscheidet sich ein Studierender für ein Wahlpflichtfach an der Universität, wird er zwar weniger Nähe zum Patienten gewinnen, kann jedoch einen Themenkomplex fachübergreifend bearbeiten – etwa ein praxisnahes und -relevantes Problem, dessen Teillösungen er fachspezifisch in den Bereichen Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Technologie, Pharmazeutische Biologie, Pharmakologie und Toxikologie und Klinische Pharmazie erarbeiten soll. Nach dem Vorbild eines ärztlichen Konzils müsste er daraufhin alle Aspekte zusammentragen und einen umfassenden Lösungsvorschlag präsentieren, der alle Perspektiven beleuchtet.

Als wichtige Rahmenbedingung für das Wahlpflichtfach forderten die Arbeitsgruppenteilnehmer eine möglichst kleine Gruppengröße je zu bearbeitender Teilfragestellung, um ein intensives Lernen und das Training individueller Problemlösungskompetenz zu gewährleisten. Zudem hielten sie auch eine Leistungskontrolle für wünschenswert, die nicht in Form einer klassischen Klausur erfolgen sollte. Der Gestaltungsspielraum bleibt hier offen. So können die Ergebnisse aller Wahlpflichtfächer in Form eines kleinen Symposiums, als Vortrag und/oder Poster auch anderen Fächern oder sogar praktisch tätigen Kollegen öffentlich vorgestellt werden.

Arzneimittelbewertung im Fokus

Die von Dr. Eva Susanne Dietrich aus Köln geleitete Arbeitsgruppe zur Pharmakoepidemiologie/Pharmakoökonomie beschäftigte sich mit Zielsetzung, Inhalt sowie praktischer Gestaltung der beiden Themenbereiche. Die Diskussionen ergaben, dass die Lehrveranstaltung Kompetenzen vermitteln soll, die für die Zukunft und Positionierung des Apothekers im gesundheitspolitischen Umfeld benötigt werden und die Qualitätsstandards in Apotheken (Beratung, Dokumentation et cetera) erhöhen.

Die Studierenden sollen insbesondere darin Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, Arzneimittel differenziert zu bewerten. Während für die Zulassung bereits Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität eines Präparates nachgewiesen sein müssen, ist für den Patienten auch ein Nutzenvergleich zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten von Bedeutung. Ein Nutzen kann sich zum Beispiel aus einer verbesserten Wirksamkeit oder niedrigeren Nebenwirkungsraten ergeben.

Angesichts der begrenzten ökonomischen Mittel im Gesundheitswesen sind auch die Kosten eines Präparates von Bedeutung. In manchen Fällen reicht eine simple Gegenüberstellung von Preis und Nutzen jedoch nicht aus, da sich der Einsatz eines Präparates auch auf die Ausgaben in anderen Sektoren des Gesundheitswesens auswirkt. Hier müssen die Gesamtkosten einer Therapie mit dem Nutzen verrechnet werden.

Die Lehrinhalte des Themenbereichs Pharmakoepidemiologie sollen sich eng an der Definition orientieren (siehe Kasten). Die Themen umfassen neben einer Übersicht über die verschiedenen Studientypen und Datenquellen auch ethische und patientenbezogene Überlegungen sowie Qualitätsbewertung und datenschutzrechtliche Aspekte.

 

Die Pharmakoepidemiologie untersucht mit epidemiologischen Methoden die erwünschten wie die unerwünschten Effekte einer breiten Arzneimittelanwendung in definierten Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel, kausale Zusammenhänge zwischen Exposition und Wirkung zu erkennen, den therapeutischen Nutzen zu erhöhen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen möglichst prophylaktisch auszuschließen.

 

Der Themenbereich Pharmakoökonomie ist in Analogie hierzu zu erarbeiten und mit Ausführungen zu den gesundheitspolitischen und leistungsrechtlichen Rahmenbedingungen zu ergänzen. Hiermit wird die Bedeutung der Arzneimittelbewertungen über das individuelle Patientenwohl hinaus verdeutlicht.

Die Lehrveranstaltung soll die Studierenden in die Lage versetzen, die verschiedenen Studientypen der Pharmakoökonomie und -epidemiologie und ihren Aussagewert voneinander abzugrenzen und sie als Grundlage für die Bewertung des Nutzens und der Wirtschaftlichkeit eines Präparates fachgerecht heranzuziehen. Pharmakoökonomie, Pharmakoepidemiologie und Studienbewertung bilden eine thematische Einheit, sodass es sich anbietet, neben den Aspekten Grundlagen, Gesundheitsökonomie, Pharmakovigilanz und Methoden zur Nutzenevaluierung der Pharmazeutischen Betreuung auch die Themen Arzneimittelinformation und Klinische Studien en bloc zu bearbeiten.

Die Lehrveranstaltung sollte frühestens im 7. Semester angeboten werden, da die Studierenden vorher keine ausreichenden Kenntnisse zu Arzneimitteln und ihren Wirkprinzipien haben und Studienbeispiele häufig nicht verstehen können. Pharmakoepidemiologie und Studienbewertung sollen der Pharmakoökonomie vorangehen, und zwar in Form einer Kurzvorlesung mit anschließenden Übungen. In diesen sollen Beispiele guter und schlechter Studien bearbeitet werden, gezielt auch aus englischsprachiger Literatur.

Vieles noch in Planung

Die vierte Arbeitsgruppe, die sich mit der Auswertung einer Fragebogenaktion zur Umsetzung der Klinischen Pharmazie an den Pharmazeutischen Instituten beschäftigte, leiteten Privatdozentin Dr. Charlotte Kloft, Berlin, und Dr. Ulrike Langer, Mainz. Um ein Gesamtbild vom derzeitigen Stand der Umsetzung und dem geplanten Angebot nach der Übergangsphase im Fach Klinische Pharmazie zu erhalten, wurden im Frühjahr 2003 Fragebögen an alle Pharmazeutischen Institute und die Fachschaften verschickt. Der Fragebogen gliederte sich in drei Teile:

  • derzeitiges Angebot an Lehrveranstaltungen im Fach Klinische Pharmazie
  • geplantes Angebot an Lehrveranstaltungen im Fach Klinische Pharmazie nach der Übergangsphase
  • Planung der Prüfung im Fach Klinische Pharmazie im 2. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung

Von den insgesamt 22 angeschriebenen Instituten kamen zum Teil zögerlich 17 Fragebögen (77 Prozent) beantwortet zurück. Wie aus zwei von drei von Fachschaften erhaltenen Antworten hervorgeht, sind die Studierenden dort nicht in die Umsetzung eingebunden und konnten daher Teil 2 und 3 des Fragebogens nicht ausfüllen. Hierauf könnte die geringe Rücklaufrate von den Fachschaften (14 Prozent) zurückzuführen sein.

Die Auswertung der Fragebögen zeigte, dass je etwa ein Drittel der Standorte derzeit eine beziehungsweise zwei Lehrveranstaltungen in Klinischer Pharmazie anbietet, zwei Institute jedoch noch keine. Von den 31 Lehrveranstaltungen insgesamt sind sechs (19 Prozent) in andere Fächer integriert. Als Leiter werden für zehn der bereits stattfindenden Lehrveranstaltungen Dozenten für Klinische Pharmazie genannt, die dies größtenteils zusätzlich zu ihrer Lehrverpflichtung erbringen. An neun Instituten sind die Lehrveranstaltungen allein auf das große Engagement von Krankenhausapotheker zurückzuführen, die meist unentgeltlich Vorlesungen und Seminare abhalten. Alle diese Vorleistungen können jedoch kein Dauerzustand sein. Daneben sind Dozenten anderer pharmazeutischer Fächer, Ärzte und sonstige externe Apotheker Veranstaltungsleiter.

15 Institute planen nach der Übergangsphase eine Gesamtzahl von 58 Lehrveranstaltungen im Fach Klinische Pharmazie (eine bis sechs pro Standort). Die alleinige Aussage „gemäß AAppO“ (zwei Standorte) ging nicht in die Auswertung ein. Von fünf Standorten gab es keine Angaben zum geplanten Lehrangebot.

Von den derzeit geplanten 58 Lehrveranstaltungen sollen 54 als eigene Lehrveranstaltungen in Klinischer Pharmazie stattfinden, wobei zu etwa einem Viertel Dozenten in Klinischer Pharmazie die Lehrveranstaltung leiten werden – neben Dozenten anderer pharmazeutischer Fächer, Dozenten der Medizinischen Fakultät und Krankenhausapotheker (auch in Kombination). Alarmierend ist allerdings die große Anzahl geplanter Lehrveranstaltungen, für die bisher kein Dozent zur Verfügung steht. In der Abbildung [nur in der Druckausgabe] ist die Anzahl der vorhandenen und geplanten Professuren im Fach Klinische Pharmazie dargestellt. Unter dem Begriff „Professur“ sind Professuren, Juniorprofessuren und Hochschuldozenturen zusammengefasst. Auffallend ist auch hier die große weiße Fläche für „keine Angabe“.

Eine eigene Prüfung im Fach Klinische Pharmazie ist bisher nur an zehn Instituten nach dem Sommersemester 2005 in Planung, wobei überwiegend die lehrenden Dozenten als Prüfer eingesetzt werden sollen. Die anderen zwölf Institute haben zum Stand der Prüfungsplanung keine Angaben gemacht (Tabelle).

 

Tabelle: Planung der Prüfung im Fach Klinische Pharmazie im 2. Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung

Fachgebiet des Prüfers
im Fach Klinische Pharmazie
Anzahl Standorte (prozentualer Anteil) Dozent(en) Klinische Pharmazie 6 (27,3 %) Dozent(en) Klinische Pharmazie und Arzt 1 (4,5 %) Dozent(en) anderer Pharmazeutischer Fächer 1 (4,5 %) Dozenten Klinische Pharmazie oder andere Pharmazeutische Fächer 1 (4,5 %) „Gremium“: Dozent(en) Pharmazeutische Fächer und Medizinische Fakultät sowie Klinikapotheker 1 (4,5 %) keine Angabe 12 (54,5 %)

 

Mit dem Sommersemester 2005 muss der Umsetzungsprozess für die Lehrveranstaltungen nach der novellierten Approbationsordnung für Apotheker abgeschlossen sein. Das mithilfe der Fragebogenaktion gewonnene Gesamtbild zeigt, dass es viele ermutigende Ansätze gibt, jedoch nur wenige Institute bereits einen Großteil der geforderten Lehrveranstaltungen anbieten beziehungsweise planen. Dies sind vorwiegend die Institute mit eigener Professur oder eigenem Dozenten in Klinischer Pharmazie. Zumeist steht die Planung jedoch erst am Anfang, sodass die Schlussfolgerung der Workshopteilnehmer lautete: Es gibt noch viel zu tun!

Auf Grund des großen Interesses aller Teilnehmer soll auch in 2004 wieder ein Workshop zur Ausbildung im Fach Klinische Pharmazie stattfinden. Dazu soll der gleiche Fragebogen erneut im Vorfeld der Veranstaltung verschickt werden. Daran wird man sehen, wie die Umsetzung von Lehrveranstaltungen und Prüfung ein Jahr vor Ablauf der Übergangsfrist voranschreitet.

 

Für die Verfasser:
Privat-Dozentin Dr. Charlotte Kloft
Freie Universität Berlin
Institut für Pharmazie
Abteilung Klinische Pharmazie
Kelchstraße 31
12169 Berlin
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E-Mail: redaktion@govi.de

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