Pharmazeutische Zeitung online

Frischer Wind beim Traditionskongress

14.06.2004
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Pharmacon Meran

Frischer Wind beim Traditionskongress

von Brigitte M. Gensthaler, Kerstin A. Gräfe, Hartmut Morck und Anke Pfleger

Chronische Erkrankungen der Atemwege, das Immunsystem und Tumoren bildeten die Schwerpunkte des 42. Fortbildungskongresses der Bundesapothekerkammer (BAK) in Meran. Hervorragende Referenten boten einen Mix aus Vertiefung des bekannten Wissens, Darstellung neuer Therapien und Ausblicke auf künftige Entwicklungen im Arzneimittelsektor. Hoch aktuell war das Thema des philosophisch-juristisch geprägten Nachmittags, das für anhaltende Diskussionen sorgte: Patientenautonomie am Ende des Lebens.

Zu einem „kontinuierlichen Ausbau der pharmazeutischen Kompetenz“ rief BAK-Präsident Johannes M. Metzger die Kollegen bei der Eröffnung des 42. Pharmacon auf. Dass die Apotheker den Aufruf zu einer Beratungs- und Bildungsoffensive in die Praxis umsetzen, zeige die erneut gestiegene Teilnehmerzahl von etwa 700. Auch Kollegen aus Österreich, Italien, der Schweiz und Polen waren nach Meran gekommen – für Metzger ein „deutliches Zeichen für das Zusammenwachsen Europas“.

Das vielseitige Programm, das wiederum der Wissenschaftliche Beirat der BAK zusammengestellt hatte, wurde von Dr. Ulrich Geiger, Admannshagen, und Dr. Birgid Merk, München, fachkundig und elegant moderiert. Neben 18 wissenschaftlichen Vorträgen boten die Veranstalter erstmals zwei Seminare zu einem Schwerpunktthema, den Atemwegserkrankungen, an: Die Teilnehmer konnten den Umgang mit Treibgasaerosolen und Pulverinhalatoren erproben und sich über Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit Asthma bronchiale informieren. Ein weiteres Seminar erläuterte den Risikocheck in der Arzneimittelberatung mit Hilfe des CAVE-Programms. Die Freunde der Südtiroler Flora kamen bei zwei botanisch-wissenschaftlichen Exkursionen auf ihre Kosten. Wie im Vorjahr konnten die Apotheker in Meran 40 Fortbildungspunkte sammeln. Als neuer Service ist ein Teil der Vortragspräsentationen ab sofort von der ABDA-Homepage (www.abda.de) abrufbar.

Unsere Berichte:

Themenschwerpunkt Erkrankungen des Respirationstraktes

  • Tödlicher Cocktail im Passivrauch
    Tabakrauch enthält einen gefährlichen Cocktail aus krebserregenden Substanzen...
  • Mehr als eine Lungenerkrankung
    Es ist bestürzend, dass mit etwa drei Millionen Todesfällen pro Jahr die Tuberkulose (TB) immer noch die weltweit am häufigsten zum Tode führende Infektionserkrankung ist", sagte Professor Dr. Tom Schaberg, Facharzt für Pulmologie und innere Medizin am Diakonie-Krankenhaus in Rotenburg...
  • Atemwegsinfekte heilen oft ohne Antibiotika
    Ein Kind erkrankt in den ersten zehn Lebensjahren jährlich an vier bis acht, manchmal bis zu zehn Atemwegsinfekten, die jeweils bis zu 14 Tage dauern können...
  • Biologicals im Fokus der Rheumatologen
    Hauptsächlich auf die gezielte Inaktivierung von entzündungsfördernden Zytokinen, was auch bei der rheumatoiden Arthritis als erfolgversprechendes Therapiekonzept gilt, konzentrierte sich der Vortrag von Professor Dr. Bernhard Manger von der medizinischen Klinik III der Universität Erlangen-Nürnberg...
  • Innovative Inhalatoren
    Inhalationsgeräte für die pulmonale Applikation sind nur so gut, wie der Patient mit ihnen umgehen kann...
  • Asthmapatienten gut betreuen
    Dürfen Asthmatiker Beruhigungs- oder Schmerzmittel einnehmen? Wie erkennt man Fehler bei der Inhalation?...
  • Gefürchtete Erkrankung Pneumonie
    Die ambulant erworbene Pneumonie ist die häufigste registrierte Erkrankung weltweit", sagte Professor Dr. Tobias Welte von der Universitätsklinik Magdeburg...
  • COPD ist nicht kontrollierbar
    Asthma bronchiale und die chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD) sind die beiden häufigsten obstruktiven Lungenerkrankungen – und befinden sich weiter auf dem Vormarsch...

 

Themenschwerpunkt Tumorerkrankungen

  • Brustkrebs in die Schranken weisen
    Dass bei 46 000 Neuerkrankungen jährlich 18 000 Frauen in Deutschland an einem Mammakarzinom sterben, belegt, dass inzwischen auf Grund des therapeutischen Fortschrittes zwei Drittel der Patientinnen geheilt werden...
  • Wie Tumoren entstehen und zu bekämpfen sind
    Die Ätiologie der Tumorerkrankungen ist ausgesprochen komplex, sagte Professor Dr. Theodor Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt...
  • Zytostatika individuell dosieren
    In der Tumortherapie werden die meisten Zytostatika nach der Körperoberfläche des Patienten dosiert...
  • Antikörper in der Onkologie
    Insgesamt ist die Ausgangssituation der Therapie bei Krebserkrankungen unbefriedigend: Die Substanzen in der palliativen Situation weisen eine zu hohe Toxizität auf und neue Zytostatika bringen nur bei ausgewählten Tumorarten Fortschritte...
  • Selbstbestimmtes Sterben
    Mit dem Thema Patientenautonomie am Ende des Lebens griff der Wissenschaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer wiederum ein ethisch-philosophisch und juristisch gleichermaßen ungeklärtes und umstrittenes Thema auf...
  • Kinasen gezielt angreifen
    Kinasen können zu Recht als die Drug Targets der Zukunft bezeichnet werden, sagte Professor Dr. Stefan Laufer von der Eberhardt Karls-Universität in Tübingen...

Res variae

  • Immunsystem ist Garant für Gesundheit
    Das enge Zusammenspiel von angeborener und adaptiver Immunität gewährleistet die Gesundheit der Menschen in einer Umwelt, die immer auch lebensbedrohliche Krankheitserreger enthält...
  • Wenn das Immunsystem versagt
    Ein funktionierendes Immunsystem ist eine Voraussetzung für Gesundheit. Wenn die Immunantwort zu stark oder zu schwach ausfällt, erkrankt der Mensch, erläuterte Professor Dr. Angelika Vollmar vom Pharmazeutischen Institut in München...
  • Arzeimittel in der Pipeline
    Ebenfalls traditionsgemäß referierte anschließend Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität über Arzneimittel vor der Zulassung...
  • Neu ist nicht gleich innovativ
    Die in den Jahren 2003 und 2004 neu in den Markt eingeführten Fertigarzneimittel unterzog traditionell Professor Dr. Hartmut Morck, Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung, einer kritischen Betrachtung...
  • Gutes Timing
    Ergänzend zu der juristischen und philosophischen Betrachtungsweise soll das Thema „Patientenautonomie am Ende des Lebens“ auch aus theologischer Sicht erörtert werden...
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