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Flohschutz rezeptfrei aus der Apotheke

26.03.2001
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TIERARZNEIMITTEL

Flohschutz rezeptfrei aus der Apotheke

PZ

Lufenuron, ein Tierarzneimittel gegen Flohbefall, darf in Apotheken ab sofort rezeptfrei abgegeben werden. Das Präparat mit dem Handelsnamen Program® von Novartis gibt es als Tabletten für Hunde und als Suspension für Katzen.

Lufenuron wirkt gegen präadulte Stadien der vorherrschenden Floharten. Das Benzoylharnstoff-Derivat Lufenuron bremst den Fortbildungskreislauf der Parasiten, indem es deren Chitinsynthese blockiert. Chitin ist ein wichtiger Bestandteil der Hülle von Floheiern aber auch des Außenskeletts der erwachsenen Tiere.

Das Präparat sollte den Haustieren einmal monatlich peroral verabreicht werden. Durch den Stich nimmt der erwachsene Floh Lufenuron über das Blut seines Wirtes auf. Schon während der Eiphase kann sich der aus Chitin bestehende Eizahn nicht entwickelt und die Larve kann nicht schlüpfen. Bereits geschlüpfte Larven nehmen den Wirkstoff mit dem Flohkot auf und können sich nicht mehr häuten. Damit wird der Entwicklungszyklus der Parasiten doppelt unterbrochen.

Für Menschen und Haustiere ist Lufenuron völlig ungefährlich, da Chitin in deren Stoffwechsel nicht vorkommt. Nach Angaben des Unternehmens eignet sich das Präparat sowohl zur Prophylaxe als auch zur Therapie. Hunde sollten mindestens 10 mg des Wirkstoffs pro kg Körpergewicht verabreicht werden. Bei Katzen beträgt die Mindestdosierung 30 mg pro kg Körpergewicht. Program® gibt es sowohl als Suspension und Tablette in verschiedenen Dosierungen.

Einige Fakten zum Floh

Flöhe verlassen ihren Wirt nicht freiwillig und können ohne ihn nur vier Tage überleben. Das Weibchen ist extrem fortpflanzungsfähig. Es legt täglich bis zu 50 Eier ab und sorgt so in seinem dreiwöchigen Lebenszyklus so für rund 2000 Nachkommen. Aus den Floheiern schlüpfen zunächst Larven, die sich dann zu Puppen entwickeln, in denen der Floh langsam heranwächst. Aufgrund der zahlreichen Eier, die das Weibchen ablegt, kommt es zu einem großen Ungleichgewicht in der Flohpopulation. Neben 5 Prozent erwachsenen Parasiten besteht diese zu 50 Prozent aus Eiern, zu 35 Prozent aus Larven und zu 10 Prozent aus Puppen.

Das Weibchen legt seine 0,5 mm großen Eier im Tierfell ab, aus dem sie schon bei leichter Bewegung herausfallen. Damit verteilt das Haustier die Flohbrut überall dort, wo es sich gerade aufhält. Teppichböden, Parkettritzen und Polstermöbel sind ideale Nistplätze. Die geschlüpften Larven ernähren sich hauptsächlich von Flohkot. Der Kokon schützt die Puppe zuverlässig vor Insektiziden. So kann die Flohpuppe über Monate überleben. Erst nach Reizen wie Erschütterung, Wärme oder steigenden Kohlendioxid-Konzentrationen schlüpft aus der Puppe ein Jungfloh und sucht sich sofort einen neuen Wirt.

Flöhe stechen ihre Opfer mehrfach, bis sie ein Blutgefäß treffen. Mit jedem Stich gelangt Speichel in die Haut, der allergisierend wirkt. Die Folge sind Juckreiz , Rötung, Entzündungen und Haarausfall. Als Zwischenwirt für Bandwürmer wird der Floh zusätzlich zum Gesundheitsrisiko.

Flöhe können auch Menschen befallen. Gerade in Haushalten, in denen Tiere mit starkem Flohbefall leben, wird der Mensch unweigerlich zum Nebenwirt der Parasiten. Top

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