Pharmazeutische Zeitung online

Dr.-Hellmuth-Häussermann-Stiftung

12.09.2005  00:00 Uhr
Ausschreibung

Dr.-Hellmuth-Häussermann-Stiftung

BAK  Die Dr.-Hellmuth-Häussermann-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, durch Auszeichnung hervorragender Arbeiten die Pharmazie in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird auf dem Pharmacon Meran von der Präsidentin der Bundesapothekerkammer verliehen. Zudem werden ein zweiter und ein dritter Preis vergeben.

Die Arbeiten sind in fünffacher Ausfertigung bis spätestens Freitag, den 17. März 2006, in einem verschlossenen Umschlag mit dem Kennwort »Dr.-Hellmuth-Häussermann-Preisaufgabe« an den Stiftungsvorstand, zu Händen Herrn Götz Schütte, Apothekerkammer Niedersachsen, An der Markuskirche 4, 30163 Hannover, zu senden. Eine kurze Darstellung des beruflichen Werdegangs des Bearbeiters ist beizufügen.

Das Kuratorium bestimmt die Preisträger, seine Entscheidung ist endgültig und kann nicht angefochten werden. Es kann die Veröffentlichung der mit dem Dr.-Hellmuth-Häussermann-Preis ausgezeichneten Arbeiten oder deren Zusammenfassung unter dem Namen des Autors und unter Angabe der Stiftung veranlassen. Das Original der Arbeit bleibt bei der Stiftung.

An der Bearbeitung der Preisaufgaben können Studenten der Pharmazie, Doktoranden der Pharmazie, Pharmaziepraktikanten und Apotheker/innen teilnehmen, beziehungsweise Arbeitsgemeinschaften mit bis zu drei Personen aus diesem Kreis. Die Preisaufgaben eignen sich insbesondere für eine pharmazeutische Betätigung des Berufsnachwuchses, die in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber für die Berufspraxis genutzt werden kann. Sie können auch als Projektarbeiten im Rahmen der Weiterbildung bearbeitet werden.

Mit der Preisverleihung soll öffentlich dokumentiert werden, dass der Apotheker einen Beruf mit wissenschaftlichem Anspruch ausübt. Durch die Mitarbeit an den Preisaufgaben wird Kolleginnen und Kollegen die Chance geboten, sich neben ihrer täglichen Arbeit auch schöpferisch an der Erarbeitung der Grundlagen unserer beruflichen Tätigkeit zu beteiligen.

Das Bild der Apotheke wird wesentlich von der Qualität der Leistungen geprägt, die sie gegenüber dem Patienten erbringt. Patientenorientierte Dienstleistungen müssen in der Zukunft noch stärker im Mittelpunkt apothekerlichen Handelns stehen. Die Preisaufgaben 2005 befassen sich daher mit dem zentralen Thema »Patientenorientierte pharmazeutische Dienstleistungen«.

Preisaufgabe 1

  • Die Patientendatei als Instrument des Betreuungskonzepts in der Apotheke

Um den Patienten individuell und kontinuierlich betreuen zu können, ist es für die Apotheke unverzichtbar, eine Patientendatei anzulegen. In dieser werden neben den Stammdaten wie Alter, Geschlecht, Allergien, vor allem auch die Medikation des Patienten ­ einschließlich Selbstmedikation ­ lückenlos dokumentiert. Softwareprogramme zur Pharmazeutischen Betreuung bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Dosierungen elektronisch zu erfassen und automatisch ein Medikationsprofil zu erstellen.

Mit der Patientendatei steht der Apotheke ein wichtiges Instrument zur Aufdeckung und Lösung arzneimittelbezogener Probleme, zum Beispiel Wechselwirkungen, mangelnde Compliance des Patienten, zur Verfügung. Anhand eines oder mehrerer Fallbeispiele soll die Bedeutung dieses Instruments im Apothekenbetrieb diskutiert werden.

Nachfolgende Aspekte können dabei beleuchtet werden: Allgemeine Voraussetzungen, Schulung der pharmazeutischen Mitarbeiter (einschließlich Festlegung der Verantwortlichkeiten), Implementierung der Patientendatei, Kommunikation mit Patienten und Ärzten, Falldokumentation, Beurteilung, Intervention und Outcome, Pharmazeutische und betriebswirtschaftliche Aspekte

Preisaufgabe 2

  • Umsetzung der Pharmazeutischen Betreuung in der Apotheke

Die Pharmazeutische Betreuung ist eine individuelle, auf den Patienten zugeschnittene Leistung der Apotheke. Anhand eines oder mehrerer Fallbeispiele sollen die Umsetzungsmöglichkeiten der Pharmazeutischen Betreuung in der Apotheke diskutiert werden. Es geht dabei nicht notwendigerweise darum, einen idealen Patientenverlauf darzustellen, sondern vielmehr um die Frage, welche Voraussetzungen, Prozesse und Strategien notwendig sind, um die Umsetzung der Pharmazeutischen Betreuung in die Praxis zu erleichtern. Lösungsstrategien, die für den einzelnen Patienten erfolgreich waren, können damit prototypisch aufgearbeitet werden und helfen, weitere Wege zur Implementierung zu finden.

Preisaufgabe 3

  • Ernährungsberatung

Der Gesundheitsberatung ­ und damit auch der Ernährungsberatung ­ kommt im Sinne präventiver Maßnahmen angesichts der Kostensituation im Gesundheitswesen eine äußerst wichtige Rolle zu. Die Bevölkerung setzt dabei in die Beratung in der Apotheke ein hohes Vertrauen. Dieses sollte genutzt werden, um die Position des Apothekers nicht nur als Arzneimittelfachmann, sondern auch als Ansprechpartner in allen gesundheitsbezogenen Fragen zu festigen und auszubauen. Am Beispiel des Übergewichts, Sonderformen der Ernährung, zum Beispiel von Senioren, oder einer Erkrankung, bei der auf die richtige Ernährung zu achten ist, soll ein Ablaufschema erarbeitet werden, das die bei der Beratung anzusprechenden Punkte dokumentiert und somit eine Handlungshilfe anbietet.

Folgende beispielhaft genannten Erkrankungen können dafür infrage kommen: Diabetes mellitus, Gicht, Osteoporose, Fettstoffwechselerkrankungen, Zöliakie/Sprue, Laktoseintoleranz, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, -intoleranzen.

Folgende beispielhaft genannten Punkte sollten dabei gegebenenfalls berücksichtigt werden: Allgemeiner Gesundheitszustand (Gewicht, vorliegende Erkrankungen, einzunehmende Arzneimittel, sportliche Betätigung et cetera), bisherige Ernährungsgewohnheiten, Hinweise zur Ernährungsumstellung, sonstige Empfehlungen, zum Beispiel sportliche Betätigung, Selbsthilfegruppen.

  

Weitere Auskünfte erteilen:

Apotheker Götz Schütte, Apothekerkammer Niedersachsen, Telefon (05 11) 39099-31

Dr. Christiane Eckert-Lill, ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Telefon (030) 40004-211

Dr.-Hellmuth-Häussermann-Stiftung
Stiftungsvorstand Hans-Günter Friese, Präsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe; Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer; Götz Schütte, Apothekerkammer Niedersachsen

Kuratorium
Professor Dr. Henning Blume, Friedrichsdorfer Str. 17b, 61352 Bad Homburg; Apothekerin Christine Meinecke, Rats-Apotheke, Marktplatz 15, 37574 Einbeck; Professor Dr. Hartmut Morck, Pharmazeutische Zeitung, Carl-Mannich-Str. 26, 65760 Eschborn; Professor Dr. Martin Schulz, ABDA ­ Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Jägerstraße 49/50, 10117 Berlin

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