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Medizinticker - Archiv

13.10.2003
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Medizinticker

Gewebe aus embryonalen Stammzellen

Forscher aus Israel und den USA haben Nerven-, Leber- und Knorpelgewebe aus menschlichen embryonalen Stammzellen nachgebaut. Dazu verwendeten die Wissenschaftler ein vom Körper abbaubares Kunststoff-Gerüst, wie sie im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichten. Um den Nutzen der gezüchteten Strukturen als mögliche Ersatzorgane zu testen, pflanzten die Forscher die Gewebe in Mäuse ein. Wie erhofft, integrierten sich die fremden Gewebe im Körper der Nager, schlossen sich an deren Blutversorgung an und produzierten menschliche Eiweißstoffe. dpa

Ein Drittel mehr Lungenkrebs

Die Zahl der an Lungenkrebs erkrankten Menschen in Deutschland wird nach Expertenansicht in den kommenden Jahren dramatisch zunehmen. „Bis zum Jahr 2010 müssen wir mit einem Anstieg um ein Drittel rechnen“, sagte Professor Dr. Karl-Christian Bergmann, ärztlicher Leiter der Allergie- und Asthmaklinik in Bad Lippspringe, der Deutschen-Presse-Agentur (dpa). Wichtigste Ursache sei, dass die Zahl der Raucher gestiegen sei und die Jugendlichen immer früher damit anfingen. „Früher begann man mit 18 oder 20 Jahren, inzwischen greifen Jugendliche schon mit 15 oder 16 Jahren zur Zigarette.“ dpa

Folsäure-Kampagne

In Sachsen-Anhalt soll die Zahl von Fehlbildungen bei Neugeborenen gesenkt werden. Das Gesundheitsministerium und das Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt haben daher vergangenen Freitag eine Informations-Kampagne über die Einnahme von Folsäure gestartet. Experten gehen davon aus, dass durch die ergänzende Gabe des Vitamins bis zu 80 Prozent weniger Fehlbildungen. Dazu sollen die Frauen mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft bis drei Monate nach Konzeption Folsäure einnehmen. “Durch landesweite Untersuchungen haben wir festgestellt, dass die Zahl von Hasenscharten, offenen Rücken und Herzfehlern bei Neugeborenen nicht zurück geht“, sagte der Leiter des Fehlbildungsmonitorings, Volker Steinbicker. Befragungen hätten gezeigt, dass nur fünf Prozent von Frauen, die ihre Schwangerschaft planten, über Folsäure informiert waren. Mit Informationsblättern, die auch in Apotheken verteilt werden, sollen die Frauen nun beraten werden. dpa Top

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