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Medizinticker - Archiv

04.07.2005  00:00 Uhr

Medizinticker

Neuer Darmkrebs-Test

Mit einem neuen Stuhltest (Schebo® Tumor-M2-PK) können blutende und nicht blutende Polypen oder Darmtumoren erkannt werden. Bei veränderten Polypen und im Frühstadium vom Darmkrebs finden sich im Stuhl Zellen, welche die dimere Form eines Isoenzyms der Pyruvat-Kinase (M2-PK) enthalten. Da diese in gesunden Zellen als Tetramer vorkommt, kann sie zum Darmkrebs-Screnning dienen. An der Universität Gießen wurden 338 Patienten koloskopiert und die Tumor-M2-PK gemessen. Von dem Patientenkollektiv waren 147 pathologisch und 191 unauffällig. Aus dieser Studie leite sich eine Sensitivität des Tumor-M2-PK-Tests von 80 Prozent und eine Spezifität von 79 Prozent ab, so die Forscher auf dem ASCO-Kongress im Mai in Orlando. PZ

Retina-Implantat für Blinde

Erste klinische Studien zeigen, dass auf Grund einer Retinitis pigmentosa oder der altersbedingten Makuladegeneration Erblindete mit einem Retina-Implantat ihr Sehvermögen teilweise zurückerlangen können. Bei diesen Blinden sind zwar die Photorezeptoren in der Retina zerstört, die darüber liegenden Nervenzellen bleiben jedoch funktionstüchtig. Sie können durch elektronische Chips gereizt werden, um Sehimpulse zu erzeugen. Sechs Blinde konnten sich mit dem Implantat wieder im Raum orientieren und einfache Formen erkennen. Mit einem verbesserten Verfahren soll in Kürze auch in Deutschland eine Studie starten. PZ

Asthma-Tote durch Bakterien

Giftstoffe aus dem Bakterium Staphylococcus aureus, das etwa bei jedem Dritten nachweisbar ist, können bei Asthmatikern und Menschen mit Nasennebenhöhlenentzündung sehr schädlich sein, sagte Professor Claus Bachert auf dem Welt-Allergie-Kongress in München. Denn sie wirken als Superantigene und aktivieren die Abwehrzellen des Immunsystems. Die Folge sei eine massive Entzündungsreaktion, die bei Asthmatikern auch mit Cortison nicht mehr behandelbar sei. Bachert führt etwa 2700 Todesfälle pro Jahr in Deutschland auf die Reaktion auf Superantigene zurück. Möglicherweise könne eine Impfung zukünftig die Eskalation der Entzündung verhindern. dpa Top

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