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Medizinticker - Archiv

20.06.2005
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Medizinticker

Hepatitis-C-Virus im Visier

Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, vollständige Hepatitis-C-Viren (HCV) im Labor zu vermehren. Damit sei die Voraussetzung für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen das Virus geschaffen, berichteten sie in »Nature Medicine«. Bislang war es nur möglich gewesen, Teile der Erbsubstanz des Virus zu vermehren. Nun haben die Forscher ein Zellsystem entwickelt, in dem der vollständige Lebenszyklus des HCV vom Eindringen bis zum Verlassen der infizierten Zelle im Labor untersucht werden kann. Sie züchteten das aus einem Patienten mit einer fulminanten Hepatitis isolierte Virus in einer Kultur von Leberkrebszellen an. Die so gewonnenen Erreger können sowohl Zellen als auch Schimpansen infizieren und sollen jetzt die HCV-Forschung vorantreiben. PZ

Risiko inneres Bauchfett

Die Messung des Bauchumfangs kann helfen, Herz-Kreislauf-Risiken vorherzusagen. Diese einfache und schnelle Methode soll mit der Initiative »Bauchumfang ist Herzenssache« bekannt gemacht werden, zu der in Hamburg und Berlin Messaktionen stattfinden. Partner der Initiative sind die Deutsche-Adipositas-Gesellschaft, die Lipid-Liga und Sanofi-Aventis. Nach neuesten Studien könne ein großer Bauchumfang ein Hinweis auf vermehrtes inneres Bauchfett sein, das als wesentliche Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Ein Bauchumfang von 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern bedeute bereits ein erhöhtes Risiko. PZ

Keuchhusten in Ostdeutschland

In den fünf neuen Bundesländern häufen sich laut dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) erneut Keuchhusten-Fälle, welche in den westdeutschen Bundesländern und Berlin nicht erfasst werden. Für das Jahr 2004 registrierte das RKI 12,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (versus 7,4 Fälle in 2001). Dieser Anstieg stellt die RKI-Experten vor ein Rätsel. 40 Prozent der erkrankten Kinder waren in den Jahren 2002 bis 2004 vollständig geimpft. Das Institut will nun die Ursachen dafür näher untersuchen. Daraus könne sich möglicherweise eine Änderung der bisherigen Impfempfehlungen ergeben und beispielsweise eine Auffrischungs-Impfung vorgezogen werden, heißt es im Bulletin. dpa Top

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