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Medizinticker - Archiv

19.05.2003
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Krebserregender Pflanzensaft

Klebriger Pflanzensaft ist im südlichen Afrika vermutlich für die häufigste tödliche Krebsart unter Kindern verantwortlich, berichten amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer (Vol. 88, Seite 1566). Der weiße Saft des Wolfsmilchgewächses Euphorbia tirucalli, mit dem Kinder häufig spielen und der auch als Klebemittel in Schulbüchern verwendet wird, aktiviert schon in geringen Mengen das krebserregende Epstein-Barr-Virus, das häufig in menschlichen Zellen schlummert. Es gilt als Hauptauslöser für das Burkitt-Lymphom, das in westlichen Ländern mit einer Prävalenz von 0,1 auf 100.000 Kinder relativ selten ist, in Ländern südlich der Sahara dagegen mit 10 von 100.000 Kindern häufig vorkommt. PZ

Frühwarn-Kopfschmerz

Chronische unspezifische Kopfschmerzen weisen bei Männern auf ein Risiko für Schlaganfall hin. Dies ergab eine prospektive Langzeit-Kohortenstudie mit rund 35.000 Männern und Frauen aus Finnland, die bereits 1972 begann. Die Untersuchung zeigte, dass Männern mit chronischen Kopfschmerzen deutlich häufiger einen Schlaganfall erlitten als Männer ohne diese Beschwerden. Der Zusammenhang war im ersten Jahr des Beobachtungszeitraums besonders deutlich. Der Kopfschmerz könne daher ein Marker für den zum Schlaganfall führenden Krankheitsprozess sein, berichten die Wissenschaftler um Pekka Jousilathi von der University of Helsinki in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine (163, Seite 1005). Bei Frauen funktioniert dieses Frühwarnsystem nicht, da sie deutlich häufiger unter Kopfschmerzen leiden als Männer. PZ

Fehlerhafte RNA

Die häufigste Krebsform bei Kindern, die akute lymphatische Leukämie (ALL), geht vermutlich auf einen Fehler im RNA-Splicing-Prozess zurück. ALL entsteht, wenn sich Klone von B-Zellen nicht vollständig differenzieren. Wie Michael Reth und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg entdeckten, fehlt rund der Hälfte der getesteten Tumoren von ALL-Patienten ein wichtiger Differentiationsregulator, das Protein SLP-65. Nach Ablesen des Gens entstehen bei der Prozessierung der RNA Fehler, sodass keine funktionsfähigen Proteine gebildet werden, berichten die Forscher in der aktuellen Nature-Ausgabe (Seiten 452 – 456). PZ Top

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