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Medizinticker - Archiv

27.01.2003  00:00 Uhr

Medizinticker

Wie Augen atmen

Forscher der Universität Mainz haben herausgefunden, wie die Netzhaut des Auges mit Sauerstoff versorgt wird. Für den Transportprozess ist das erst vor drei Jahren von derselben Arbeitsgruppe entdeckte Neuroglobin verantwortlich, berichten Dr. Thorsten Burmester und seine Mitarbeiter in der Fachzeitschrift „Journal of Biological Chemistry“ (Band 278, Seite 1932). Dabei handelt es sich um ein entfernt mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin verwandtes Protein. Neuroglobin wurde ursprünglich im Gehirn entdeckt, wo es Nervenzellen vor Schäden durch kurzzeitigen Sauerstoffmangel schützt. In der Netzhaut des Auges, die den höchsten Sauerstoffbedarf im menschlichen Körper hat, ist die Neuroglobinkonzentration etwa hundertmal höher als im Gehirn. PZ

Lachs und Eidotter werden blasser

Die EU-Kommission hat eine Richtlinie erlassen, nach der die Verwendung des Farbstoffs Canthaxanthin als Futtermittelzusatz beschränkt werden soll. Die Aufnahme großer Mengen der Substanz steht in Verbindung mit Sehstörungen, meldet die Europäische Union. Canthaxantin verleiht Zuchtlachs, Eidottern und Geflügelerzeugnissen eine orange-rote Farbe. Kommissar David Byrne: „Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass eine hohe Canthaxanthin-Aufnahme zu einer Anhäufung von Pigmenten in der Retina führt, die die Sehkraft beeinträchtigen.“ Die Grenzwerte sollen von derzeit bis zu 80 mg des Farbstoffs pro Kilogramm Futtermittel auf 25 mg für Lachs sowie Masthähnchen und 8 mg für Legehennen festgesetzt werden. Die Richtlinie muss bis zum 1. Dezember 2003 von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. PZ

Dünne Mäuse leben länger

Nicht der Verzicht auf Kalorien, sondern ein schlanker Körper ist zumindest bei Mäusen die Voraussetzung für hohes Alter. Zu dem Schluss kommen Matthias Blüher und seine Kollegen von der Harvard Universität in Boston laut einer Veröffentlichung im Wissenschaftsjournal Science (Band 299, Seite 572). Durch einen genetischen Trick blieben die Tiere mager, ohne hungern zu müssen. Die schlanken Nager wurden im Durchschnitt 18 Prozent älter als ihre normalen Verwandten. Ob sich dieses Ergebnis auf Menschen übertragen lässt, ist den Forschern zufolge allerdings noch unklar. Versuche an unterschiedlichen Arten hatten zuvor gezeigt, dass kalorienarmes Essen Lebensjahre schenken kann. dpa Top

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