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Bundesweite Aktionswoche in Apotheken

18.08.2003
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Welt-Diabetes-Tag

Bundesweite Aktionswoche in Apotheken

von Ralf Denda, Berlin

Der Welt-Diabetes-Tag, der jedes Jahr am 14. November stattfindet, steht dieses Mal unter dem Motto Nierenschäden. Er wird von einer bundesweiten Aktionswoche in den Apotheken begleitet.

Fast vier Millionen Menschen leiden nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin an Typ-2-Diabetes. Die Dunkelziffer ist hoch – Unzählige wissen nichts von ihrer Erkrankung, die viele Folgeschäden nach sich ziehen und sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Bereits Kinder entwickeln Typ-2-Diabetes, obwohl diese Wohlstandserkrankung, auch Erwachsenen- oder Alters-Diabetes genannt, hauptsächlich im höheren Lebensalter auftritt.

Jedes Jahr steht eine Folgeerkrankung im Mittelpunkt des Welt-Diabetes-Tages. Dieses Mal wird er sich mit Nierenschäden beschäftigen. Allein in Deutschland leiden 80.000 Menschen unter so schweren Nierenfunktionsstörungen, dass sie auf Dialyse oder eine Transplantation angewiesen sind. Eine „Zucker-Niere“ entwickelt sich schleichend, die Organfunktion sollte bei allen Diabetikern daher regelmäßig untersucht werden.

Um zum einen das Thema Diabetes in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken und zum anderen die heilberufliche Tätigkeit der Apotheke hervorzuheben und somit dem Kunden den Apotheker als Ansprechpartner für Diabetes zu vermitteln, haben Apotheken bundesweit die Möglichkeit, sich an einer Aufklärungs- und Risikotestwoche zu beteiligen. Die Kampagne soll vom 10. bis 15. November stattfinden. Die an der Aufklärungswoche teilnehmenden Apotheken erhalten über ihre Landesverbände ein Aktionspaket – mit Materialien wie den Aktionsleitfaden für Apotheken, Schaufensterposter, Flyer zu den Themen „Diabetes Typ 2 – Früherkennung“ und „Niere“, Flyer vom Deutschen Diabetiker Bund (DDB), den Infobogen „Risikotest Diabetes“ – und ein Blutzucker-Messgerät mit Teststreifen.

Zweck dieser Aktion ist es, Patienten mit auffälligen Blutzuckerwerten zu finden und zur weiteren Diagnose und Therapie einem Arzt zuzuweisen. Die Apotheker sollten Betroffene über Diabetes-Erkrankungen, besonders den vielfach unentdeckten Typ-2-Diabetes aufklären, die relevanten Zusammenhänge mit dem Risikofaktor Bluthochdruck erklären sowie besonders auf das Risiko von Nierenerkrankungen im Zusammenhang mit Diabetes hinweisen. An den sechs Aktionstagen soll das Apothekenpersonal für einen der einzelnen Apotheke freigestellten Betrag Blutzuckerwert, Blutdruck, Körpergewicht, Body-Mass-Index (BMI) von interessierten Kunden messen.

Die Kampagne wird im Vorfeld über die Presse angekündigt. Als Kooperationspartner werden sich in diesem Jahr der Deutsche Diabetiker Bund sowie die Berlin Chemie AG beteiligen. Im Vorfeld der Aktionswoche ist geplant, eine freiwillige Schulung zur Welt-Diabetes-Aktion anzubieten sowie eine Einweisung in das zur Verfügung gestellte Blutzucker-Messgerät zu geben.

Interessierte können bei den Landesverbänden weitere Informationen erhalten und sich bis Ende August für die Aktion anmelden. Top

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