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Uni Frankfurt sucht Teilnehmer für Therapiestudie

30.06.2003
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Stottern

Uni Frankfurt sucht Teilnehmer für Therapiestudie

PZ  Die Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Universität Frankfurt am Main möchte eine neues Verfahren zur Behandlung frühkindlichen Stotterns untersuchen und sucht daher Eltern und Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die an einer Studie teilnehmen möchten.

Die Methode, bei der die Eltern aktiv in den therapeutischen Prozess miteinbezogen werden, wurde vor zwölf Jahren in Australien entwickelt und findet seitdem zunehmende Beachtung in Kanada, England, Neuseeland und den USA, heißt es in einer Pressemeldung der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen in den englischsprachigen Ländern belegten, dass es sich bei dem Verfahren um eine effektive Therapieoption zur Behandlung stotternder Kinder im Vorschulalter handelt. Ziel des Projektes ist es, die Wirksamkeit bei deutschsprachigen Kindern zu untersuchen.

Kindliches Stottern beginnt im Verlauf der Sprachentwicklung und tritt bei ungefähr 5 Prozent aller Kinder auf, informiert die Universität in einer Pressemitteilung. Manifestieren sich die Symptome über einen längeren Zeitraum, besteht die Gefahr, dass die Kinder mit bestimmten Verhaltensweisen auf ihr Stottern reagieren, um dieses zu beenden oder zu vermeiden. Die Begleitsymptomatik kann sich zum Beispiel durch Sprechangst, Frustration, das Vermeiden von gefürchteten Wörtern, körperliche Anspannung und Mitbewegungen wie Grimassenschneiden äußern. Viele Kinder, die stottern, seien einem enormen Leidensdruck ausgesetzt und ihre Eltern fühlten sich häufig ohnmächtig, heißt es in der Pressemitteilung.

Eine frühe und effektive Therapie stotternder Kinder sei daher von entscheidender Bedeutung, um die Symptomatik zu reduzieren und Begleiterscheinungen vorzubeugen. Darüber hinaus müssten die Eltern frühzeitig Informationen zum Thema Stottern erhalten und lernen, angemessen auf das Stottern ihres Kindes zu reagieren. Bedauerlicherweise erhielten immer noch zahlreiche Eltern fälschlicherweise den Ratschlage mit einer Diagnostik und Therapie zu warten, in der Annahme, dass sich das Stottern „auswachsen“ werde, heißt es in der Pressemitteilung. Stottern, das jedoch mit ins Erwachsenenalter hinein genommen wird, verliert sich nur noch bei wenigen vollständig.

Für die Studie sollten die Kinder zwischen drei und sechs Jahren alt sein, Deutsch als Muttersprache sprechen und nicht unter einer neurologischen Erkrankung leiden. Interessenten können sich unter folgender Adresse melden, dort erhalten sie auch weitere Informationen: Katrin.Neumann@em.uni-frankfurt.de oder telefonisch unter (0 69) 63 01 57 75. Top

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