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Kooperation birgt viele Chancen

09.05.2005  00:00 Uhr
Interview

Kooperation birgt viele Chancen

von Thomas Bellartz, Düsseldorf

Die Zusammenarbeit mit Selbsthilfe- und Patientenorganisationen hat für die Apotheke eine wachsende Bedeutung. Im Deutschen Apothekerverband (DAV) bemüht sich vor allem dessen Vorstandsmitglied Monika Koch um einen weiteren Ausbau der Kommunikation.

PZ: Wie entstand die Zusammenarbeit der Apothekerschaft mit der Selbsthilfe?

Koch: Das geht zurück auf das Jahr 1996. Uns ist bereits zu diesem Zeitpunkt klar geworden, dass wir als Apothekerinnen und Apotheker im Gesundheitswesen keine wirklichen Verbündeten haben ­ abgesehen von den Patienten. Und deren Situation war seinerzeit gesundheitspolitisch dramatisch: Denn die Lobby von Selbsthilfegruppen und Patientenverbänden war gering.

PZ: Das hat sich geändert.

Koch: Ja, das ist gut so. Heute gehören die Patientenvertreter den höchsten Gremien an, wenn auch oft nur mit beratender Funktion. Die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik haben erkannt, dass der Patient tatsächlich im Mittelpunkt des Interesses stehen sollte.

PZ: Trotzdem scheint es sich dabei oft bei Lippenbekenntnissen zu handeln.

Koch: Das ist richtig; wir haben noch eine lange Wegstrecke vor uns. Unter Rot-Grün ist zumindest in dieser Frage das ein oder andere bewegt worden. Deswegen haben wir uns im DAV auch daran gemacht, die Selbsthilfegruppen durch ganz konkrete unterstützende Maßnahmen zu stärken und ihr Profil zu schärfen. Insbesondere bei der Kommunikation und beim Austausch von Erfahrungen können wir behilflich sein.

PZ: Welche Rolle spielt der DAV?

Koch: Wir können viel tun. So liefern wir Informationen und unterstützen die Arbeit der Organisationen untereinander, indem wir die Dachorganisationen regelmäßig zu einer Forumsveranstaltung einladen. Das Beispiel des Diabetes-Tags zeigt, weshalb die Kommunikation zwischen den Selbsthilfeorganisationen und der Apothekerschaft sinnvoll ist. Gemeinsam mit dem Deutschen Diabetiker-Bund waren es im letzten Jahr 5000 Teilnehmer, in diesem Jahr mehr als 7000. Und die Tendenz ist aus Sicht des DAV weiter stark steigend.

PZ: Eine Bundesbeauftragte dürfte angesichts solcher Größenordnungen wenig ausrichten können.

Koch: Es gibt in den einzelnen Landesorganisationen Beauftragte und mit einem kleinen, aber schlagkräftigen Team, können wir noch das ein oder andere stemmen. Diese Arbeit birgt viele Chancen, sowohl für die Patienten als auch für die Apotheken. Top

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