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Kampagne gegen Sturzunfälle

28.04.2003
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Kampagne gegen Sturzunfälle

dpa  Mit einer Kampagne gegen Sturzunfälle wollen die Berufsgenossenschaften die alarmierende Zahl von Arbeitsunfällen in deutschen Betrieben senken. Jeden Tag stürzten rund 1000 Beschäftigte so schwer, dass sie zum Arzt müssen, teilten die Berufsgenossenschaften in Berlin mit.

Arbeitsunfälle sind dabei nicht nur schmerzhaft für die Betroffenen, sie sind auch teuer für Arbeitgeber und Genossenschaften. Mit rund acht Milliarden Euro zusätzlichen Kosten im Jahr schlagen die Ausfallstunden bei den Unternehmen zu Buche. Allein die Sturzunfälle kosten die Genossenschaften jährlich 330 Millionen Euro.

Mit der Aktion «Sicherer Auftritt» wollen die Genossenschaften ohne erhobenen Zeigefinger mehr Bewusstsein für Stolperfallen im Betrieb oder Büro wecken. Arbeitsunfälle sind keine unvermeidbaren Missgeschicke. Studien der Berufsgenossenschaften zufolge können unebene oder nasse Fußböden, herumliegende Kabel, wackelige Leitern oder schlechte Beleuchtung in Betrieben zu Fallen werden. Auch das Verhalten der Mitarbeiter führt zu Unfällen: Sie tragen die falschen Schuhe, eilen oder hasten durch die Gegend oder lassen ihre Taschen als Stolperfallen herumstehen.

Die Folge von Stürzen sind in der Regel schmerzhafte Verstauchungen oder Knochenbrüche. Rund 5000 Beschäftigte verletzen sich jedes Jahr allerdings so schwer, dass sie nicht mehr arbeiten können und eine Rente bei den Berufsgenossenschaften beantragen müssen.

Mit Plakaten im Stadtbild und Kampagnen in den Betrieben wollen die Genossenschaften die Sturzunfälle nun um rund 15 Prozent senken. Im vergangen Jahr gab es insgesamt rund 985.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle in der gewerblichen Wirtschaft. Das waren das erste Mal weniger als eine Million, auch die Zahl der tödlichen Unfälle sank um fünf Prozent auf 774. Doch die Kernaussage der Berufsgenossenschaften, bei denen drei Millionen Betriebe mit 43 Millionen Beschäftigten versichert sind, lautet: Jeder Unfall ist einer zu viel. Top

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