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Frühere Parkinson-Diagnose per Riechtest

18.12.2000
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Frühere Parkinson-Diagnose per Riechtest

dpa

Neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer können neuen Studienergebnissen zufolge mit Riechtests möglicherweise früher als bisher diagnostiziert werden. Die Tests gäben Monate oder sogar Jahre früher als herkömmliche Diagnosemethoden Hinweise auf eine entsprechende Erkrankung, erläuterte der Pharmakologe Professor Dr. Gerd Kobal von der Universität Erlangen jetzt der dpa.

In der Studie stellte das Team um Kobal fest, dass bis zu 90 Prozent aller Parkinson-Patienten Probleme haben, Gerüche zu erkennen. Dies sei unabhändig vom Schweregrad der Erkrankung auch schon in einem sehr frühen Stadium der Fall, sagte der Physiologe.

Der von dem Team neu entwickelte Test kann nach Kobals Worten die hohe Zahl von Fehldiagnosen, die auf bis zu 30 Prozent geschätzt wird, verhindern. Bisher werde Parkinson anhand von Symptomen wie dem typischen Zittern oder der Muskelstarre diagnostiziert.

"Nur die Hälfte der Patienten leidet aber am Anfang unter dem typischen Zittern. 90 Prozent der Patienten in unserer Studie hatten dagegen Riechstörungen", sagte Kobal. Bei der Alzheimer-Krankheit und der Bewegungsstörung Chorea Huntington seien es rund 80 Prozent. Ein Riechtest ist laut Kobal aber nur ein zusätzlicher Indikator, denn es gebe auch in der Bevölkerung gesunde Menschen, die unter Riechstörungen leiden.

Bei dem laut Kobal "europaweit einmaligen Erlanger Test" müssen Patienten an Stiften riechen, die Duftstoffe wie Schuhleder, Zimt oder Kaffee enthalten. Die Patienten sollen dabei auch die Konzentration der Düfte bestimmen. "Der Test ist schnell, nicht invasiv und vor allem billig", betonte Kobal. Die Kosten beliefen sich nur auf 1 DM pro Person. Top

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