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Quelle der Nikotinsucht

08.11.2004
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Quelle der Nikotinsucht

PZ  Forscher um Henry Lester vom California Institute of Technology in Pasadena machen die α4-Subeinheit des nikotinischen Acetylcholinrezeptors für die Belohnungs-, Toleranz- und Sensibilisierungseffekte des Nikotins verantwortlich. Dieses Protein könnte somit ein Angriffspunkt für Medikamente gegen die Nikotinabhängigkeit sein, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Science (306 (2004), Seite 1029).

Ursache der Nikotinsucht ist, dass Nikotin wie Acetylcholin in bestimmten Hirnregionen Rezeptoren aktiviert, die wiederum die Ausschüttung von Dopamin bewirken. Dieser Botenstoff ruft das Glücksgefühl hervor, das den Raucher trotz bekannter Risiken zur nächsten Zigarette greifen lässt. Während Acetylcholin nach dem Andocken rasch abgebaut wird, kann die Acetylcholinesterase Nikotin nicht zersetzen – das bedeutet, Nikotin regt die Dopamin-Produktion über Minuten statt Millisekunden an, bedingt eine Überflutung des Hirns mit Dopamin und damit die Nikotinsucht.

Unklar war bisher, welche der fünf verschiedenen Untereinheiten für die Entstehung der Sucht entscheidend ist. Wie die Forscher nun an Mäusen zeigten, deren veränderte α4-Subeinheit verstärkt auf Nikotin reagierte, reicht die Stimulierung dieser Untereinheit für die Bildung einer Nikotinsucht aus. Arzneistoffe, die die Subeinheit modulieren, könnten Rauchern somit zur Entwöhnung verhelfen. Top

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