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RKI und PEI rufen zur Grippeimpfung auf

23.09.2002
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RKI und PEI rufen zur Grippeimpfung auf

PZ  "Alle gefährdeten Personen sollten sich in den nächsten Wochen und Monaten gegen die Virusgrippe impfen lassen", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und des Robert-Koch-Instituts.

Besonders gefährlich ist das Influenzavirus für Menschen mit bestimmten Grundleiden und ältere Personen (Risikogruppen laut STIKO siehe hier). Wichtig ist die Impfung aber auch für Menschen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. "Obwohl in Krankenhäusern, Altenheimen oder Arztpraxen ein erhöhtes Risiko besteht, selbst an der Virusgrippe zu erkranken und durch eine Infektion die Patienten dieser Einrichtung zu gefährden, ist ein viel zu geringer Teil der Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen Influenza geimpft", betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

In diesem Herbst hat die Arbeitsgemeinschaft Influenza erneut eine Initiative gestartet, um die Durchimpfungsraten bei medizinischem Personal zu erhöhen. Die Impfung sollte möglichst schon im Oktober oder November erfolgen, da die meisten Erkrankungen zwischen Dezember und April auftreten. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem ein bis zwei Wochen, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Angst vor schweren Nebenwirkungen braucht niemand zu haben. "Die heute verfügbaren Grippeimpfstoffe sind gut verträglich. Zudem kontrolliert das Paul-Ehrlich-Institut jede Impfstoff-Charge und gibt sie erst dann zur Anwendung frei", erklärt Johannes Löwer, Präsident des PEI. Auch die Angst, durch die Impfung erst an Influenza zu erkranken, ist unbegründet: "Influenza-Impfstoffe können auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe ausläsen, da es sich um inaktivierte Impfstoffe handelt, die nur Teile des Erregers enthalten", betont Löwer. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass eine Influenza-Impfung nicht vor von anderen Erregern verursachten Erkältungskrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen schützen kann.

Bis Anfang September hat das PEI mehr als zwölf Millionen Dosen Grippeimpfstoff freigegeben. Die Impfstoffe sind ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat zugelassen. Allerdings wird bis zum vollendeten 35. Lebensmonat eine reduzierte Dosis verwendet. Auch in dieser Saison stehen zwei spezielle, durch Adjuvantien verstärkte Impfstoffe für Menschen über 65 Jahre zur Verfügung.

Die aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs empfiehlt die WHO, die Empfehlung wird für Europa durch die Kommission der europäischen Gemeinschaften bestätigt. Die dazu notwendigen Informationen werden von Referenzlaboratorien aus fast allen Ländern der Erde bezogen, die ihre Analysen zu zirkulierenden Influenzaviren an die WHO melden. Die Labors für Deutschland befinden sich im Robert-Koch-Institut und im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover.

Da sich die Risikogruppen stark überschneiden, empfehlen RKI und PEI gleichzeitig mit der Influenza-Impfung auch die Pneumokokken-Impfung. Dieser Impfschutz muss jedoch nur alle sechs Jahr erneuert werden (siehe auch hier).  Top

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