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Alle 47 Minuten geschieht ein Selbstmord

12.09.2005  00:00 Uhr

Alle 47 Minuten geschieht ein Selbstmord

dpa  Alle 47 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch eigene Hand. Das seien bundesweit jedes Jahr zwischen 11.000 und 12.000 Menschen, sagte der Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms, Armin Schmidtke, anlässlich des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufenen Welt-Suizidpräventionstags am 10. September in Berlin.

In Deutschland würden doppelt so viele Menschen durch Suizid sterben wie durch Verkehrsunfälle. Zwar sei die Zahl der Suizide in den vergangenen 30 Jahren in Deutschland insgesamt zurückgegangen, aber der Anteil älterer Menschen habe sich deutlich erhöht. »Jeder zweite Suizid einer Frau ist heute der einer Über-60-Jährigen«, sagte Schmidtke. Zu bedenken sei, dass der Anteil der Über-60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung zugenommen habe. »Angesichts der demographischen Entwicklung muss mehr gegen Suizide getan werden«, sagte Schmidtke.

Gründe für Selbsttötungen seien psychische Erkrankungen, körperliche Gebrechen, zwischenmenschliche Probleme und Einsamkeit. Ein verbessertes Erkennen von Depressionen, eine optimierte Ausbildung von Altenpflegekräften oder die Korrektur einer »falschen Toleranz« für Selbsttötungen könnten Suizide verhindern helfen, sagte Schmidtke. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm in Deutschland wurde 2002 mit Unterstützung der WHO gegründet. Inzwischen arbeiten bundesweit mehr als 100 Organisationen mit Unterstützung durch den Bund zusammen. Top

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