Pharmazeutische Zeitung online

Bildung verhindert Herztod

28.08.2000
Datenschutz bei der PZ

-MedizinGovi-Verlag

Bildung verhindert Herztod

dpa-Artikel

Bildung und Beruf entscheiden nach Erkenntnissen amerikanischer Forscher auch darüber, ob ein Herzpatient langfristig überleben kann. Patienten mit geringem Bildungsstand und Hausfrauen haben die schlechtesten Chancen, nach einem Herzanfall zu genesen, fanden die Wissenschaftler nach Auswertung der Daten von mehr als 10.000 Patienten heraus. Das Ergebnis der Untersuchung von Angaben aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Australien, Schweden, Polen, Neuseeland und Italien wurde am Sonntag beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam bekannt gemacht.

Von Herzpatienten mit dem geringsten Bildungsstand - weniger als acht Jahre formale Bildung - waren ein Jahr nach einem Krankenhausaufenthalt 19,8 Prozent gestorben. Im Vergleich dazu starben nur 3,5 Prozent der Herzpatienten mit mindestens 16 Jahren Ausbildung. 13,2 Prozent der herzkranken Hausfrauen erlagen den Folgen ihrer Erkrankung bereits im ersten Monat. Den Erkenntnissen nach spielen Stress, mangelnde Kenntnis über die Erkrankung und die Weigerung, Lebensweisen zu ändern, eine wichtige Rolle für den Verlauf der Krankheit.

"In allen untersuchten Ländern wurde deutlich, dass es von der sozio-ökonomischen Position des Einzelnen abhängt, wie er eine Herzattacke überlebt", erläuterte ein US-Mediziner. Sein Team, dem Wissenschaftler aus Großbritannien, Kanada und Australien angehörten, fand aber im Gegensatz zu früheren Studien keine Bestätigung dafür, dass allein lebende Herzpatienten stärker gefährdet seien als andere. Man habe lediglich gefunden, dass das Überlebensrisiko mit dem Alter des Herzpatienten zunehme.

Top

© 2000 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa