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„Initiative Hören“ verschafft sich Gehör

16.12.2002  00:00 Uhr

„Initiative Hören“ verschafft sich Gehör

von Gudrun Heyn, Berlin

Mehr als 20 bundesdeutsche Fachverbände und Institutionen haben sich zur „Initiative Hören“ zusammengeschlossen. Aus den Bereichen Gesundheit, Medien und Kultur soll in Zukunft das Know-how zum Thema Hören gebündelt werden. Der Kompetenzverbund will sowohl den Gesetzgeber als auch Entscheidungsträger in Industrie-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen beraten.

Gleich mehrere Botschafter machen sich für die Ziele des neuen Bündnisses stark: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen und der Vorsitzende des Deutschen Kulturrats Professor Dr. Max Fuchs. „Nicht zu Hören ist eine der schwersten Behinderungen, die man in unserer Gesellschaft haben kann“, sagte Ulla Schmidt am Donnerstag in Berlin.

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland seien hörgeschädigt. Oft würden Hörfehler zu spät erkannt, trotz guter Diagnosemöglichkeiten und der Frühförderung von Kindern. Die Ministerin setzte sich daher für das Screening bei Neugeborenen ein. Wichtig sei es, sehr früh gegensteuern zu können.

Auch auf die freiwillige Beschränkung von Lärm will sich Ulla Schmidt in Zukunft nicht verlassen. Hohe Lärmpegel, wie sie etwa in Diskotheken auftreten, seien aus gesundheitlicher Sicht nicht vertretbar. Lärm könne die Ursache von Herz-Kreislaufproblemen, Konzentrationsstörungen und Nervosität sein. Gleichzeitig betonte die Ministerin die Verantwortung des Einzelnen.

Die „Initiative Hören“ soll das Bewusstsein für das Gehör in allen seinen Dimensionen und Facetten schärfen. Rundfunksendungen, Schulwettbewerbe und auch Kongresse gehören zu den Projekten, die am 12. Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

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